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Foto: Thomas Bubel

/ Bergrennen

Berg-DM: Erster Sieg für Anthony Loeuilleux, WEC-Weltmeister Timo Bernhard in Homburg am Start

Einen Weltstar des Motorsports aus nächster Nähe erleben, dass kann man bei einem Bergrennen höchst selten. Der Homburger Automobilclub mit seinem Homburger ADAC Bergrennen und dem prominenten Clubmitglied Timo Bernhard bildet da ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Bergrennsport. Für den aktuellen Langstrecken-Weltmeister ist es eine Freude und Selbstverständlichkeit bei seinem Heimatrennen das „Zugpferd“ zu spielen, wenn es sein gut gefüllter Terminkalender erlaubt. Der Porsche-Werksfahrer und Teambesitzer nahm sich beim sechsten Lauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft zwischen den Trainings- und Rennläufen auch ausgiebig Zeit für die Rennbesucher und man sah den Westpfälzer oft beim Autogrammeschreiben. Stets stand Timo Bernhard bereit für ein gemeinsames Foto und hatte für jeden ein nettes Wort übrig.

Zum erwarteten Fünfkampf um den Gesamtsieg, den die Starterliste versprach, kam es nach Absagen und frühen Ausfällen nicht. Zudem wurde der bis nach dem zweiten Rennlauf führende junge Schweizer Robin Faustini im Reynard Mugen V8 von den Sportkommissaren vorzeitig aus dem Rennen genommen, da sein Fahrzeug zwar dem Schweizer jedoch nicht dem nationalen DMSB-Reglement entsprach. Dies wurde bei einer technischen Nachkontrolle festgestellt. Der Aargauer war zwar lediglich als Gastfahrer angereist, um seinen neuen Boliden und Rennbedingungen weiter zu entwickeln. Seinen allerersten Gesamtsieg hätte Robin Faustini jedoch gerne mitgenommen. So kam der 34-jährige Franzose Anthony Loeuilleux in seinem Tatuus Formula Master mit 2-Liter Honda-Triebwerk zu seinem ersten Gesamtsieg in Deutschland, nachdem er in den beiden Vorjahren am Karlsberg jeweils unglücklich ausgeschieden war. Mit den aktuell beiden besten deutschen Bergrennfahrern Thomas Conrad (CRS Renault) und Frank Debruyne im CR-Dallara Opel F3 lieferte sich der frühere Mechaniker des Luxemburger Hauser-Teams anfangs einen engen Dreikampf um Hundertstelsekunden, bevor er im letzten Lauf, der bereits um 16:30 Uhr beendet war, alles klarmachte. Aus deutscher Sicht wurde die Mindeststarterzahl in der Division 2 der Rennwagen nicht erreicht, sodass es nur halbe DM- respektive DMSB-Berg-Cup-Punkte zu ernten gab. Die holten sich auf den Plätzen vier bis sechs Christian Triebstein, Mathieu Wolpert (beide Dallara Formel 3) und Georg Lang im Formel Renault 2.0.

In der Division 1 stellte sich die Frage nach dem Tourenwagen-Gesamtsieger nicht wirklich. Timo Bernhard war wie erwartet das Maß der Dinge und das auf seiner Hausstrecke. „Es ist eines der wenigen Wochenenden im Jahr, wo ich versuche meinen Ehrgeiz zu zügeln, scherzte der Rennprofi, der auch in seiner Freizeit vom Renn- und Rallyesport-Virus befallen ist. Mit einem Porsche 911 GT3 Cup, einem letztjährigen Carrera-Cup Fahrzeug, aus seinem gut bestückten Teamfundus fuhr er in der Tageswertung bis auf Platz sieben nach vorne. Zu einem Start im ADAC GT-Masters GT3-Porsche ließ sich Bernhard nicht überreden – seine Clubkameraden hoffen hier auf 2019. Anerkennung erntet der Tiroler Thomas Strasser im VW Scirocco 16V vom HAC-Aushängeschild. Strasser kam Bernhard noch am Nächsten. In der E1-Klasse bis 2000 ccm rang er, bei seinem ersten Start auf der nach Glasbach wohl anspruchsvollsten Bergrennstrecke Deutschlands, Dirk Preißer nieder. Der DM-Leader im Opel Kadett C 16V, der mindestens seit 10 Jahren die Käshofer Straße kennt, musste Strasser den Vortritt lassen. Ein gelungenes Comeback gelang in dieser Klasse Patrick Orth, der erstmals seinen neuen Gerent-Motor im bewährten BMW 320i E30 ausführen durfte und sogleich auf das Klassen-Podium steigen durfte.

Die Gruppe G der Serien-Tourenwagen präsentierte sich so zahlreich und gut besetzt wie schon lange nicht mehr bei einem DM-Lauf. Rallye-Ass Rainer Noller kehrte nach 23 Jahren wieder an den Ort seiner motorsportlichen Anfänge zurück und bewegte erstmals einen neuen Porsche 997 4S, mit dem auch Rallyeeinsätze plant sind. Dass der Schwabe sich auch am Berg gleich wieder heimisch fühlte, bezeugt sein absoluter neuer Gruppe-G Rekord in 1:23,444 Min. aus dem ersten Rennlauf.

Die Deutsche Bergmeisterschaft legt nach dem fahrplanmäßigen Halt in Homburg eine kleine Sommerpause ein, bevor des Ende Juli und Anfang August mit einer „englischen Woche“, beim Hauenstein-Bergrennen in der Rhön und dem Osnabrücker Bergrennen, bereits in die Endphase der Meisterschaften geht.

ERGEBNISSE
Gesamtergebnis: 45. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“, Homburg/Saar

Ergebnis nach Klassen: 45. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“, Homburg/Saar


Weitere Informationen:
www.homburger-bergrennen.de

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