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/ Enduro

DEM: MacDonald schnappt sich den Titel

Die Saison der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft in einem überaus verrücktem Jahr 2020 ist Geschichte. Hamish Macdonald bewies in Rüdersdorf seine ganze Klasse und sicherte sich nicht nur die Saisonsiege fünf und sechs, sondern auch den Titel. Damit löste der Sherco-Fahrer Dennis Schröter ab, der heute sein letztes Rennen bestritt.

Hamish MacDonald demonstrierte auch bei äußerst schwierigen Bedingungen sein ganzes Können und gewann den ersten Tag am Ende mit über einer Minute Vorsprung. Der Neuseeländer war auch bei schlammigen Verhältnissen nur schwer zu bremsen, so dass dieser mit Saisonsieg Nummer fünf einen weiteren großen Schritt in Richtung Titelgewinn machte! „Es war ein guter Tag. Ich begann leider etwas zu langsam, weil die Strecke glatt und schmierig war.  Doch aber der zweiten Runde, als sich ein paar Rinnen ausgefahren hatten, lief es richtig gut. Einen kleinen Crash hatte ich noch, aber nichts Wildes. Es hat Spaß gemacht, ich mag solche schlammigen Bedingungen total“, lacht der Tagessieger. Der erste Fahrtag des „Novemberpokal 2020“ erwies sich als echter Härte-Test. Starker, anhaltender Regen der letzten Tage ließ die Strecke extrem schlammig und folglich sehr glatt und rutschig werden. Vor allem die beiden Sonderprüfungen mit teils kniffligen Auf- und Abfahrten, welche sich manches Mal eng um Bäume hinauf und hinunter schlängelten, hatten es in sich. Kaum ein Fahrer kam ohne zu straucheln oder hängen zu bleiben über die Runden.

Doch zunächst sorgte Luca Fischeder für großes Aufsehen. Der Sherco-Fahrer erwischte einen perfekten Start in den Tag und sicherte sich die Bestzeit im Extrem- sowohl als auch im Enduro-Test! „Ja, das war schon richtig gut“, strahlt der Youngster über das ganze Gesicht, auch wenn er im weiteren Tagesverlauf noch zwei Ränge abrutschte. „Ich habe in der dritten Runde im Extrem-Test zu viel gewollt. Prompt ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich bin aus einer Rinne rausgeschnappt und einen Berg hinunter ins Unterholz gerutscht. So musste ich den Hang noch einmal komplett von unten anfahren. Davon abgesehen, war es aber ein richtig guter Tag. Ich bin extrem happy und stolz auf mein erstes Podium im Championat“, freut sich Luca Fischeder, der nur seinem Sherco-Teamkollege Hamish MacDonald und Dennis Schröter den Vortritt lassen musste.
 
Dennis Schröter konnte den Spaß-Faktor nicht ganz teilen. „Es war okay“, ließ er sich mit einem verschmitzten Lächeln lediglich entlocken. „Es waren wirklich harte Bedingungen. Ich denke, jeder hat heute ein paar Fehler gemacht. Auch ich bin nicht ganz ohne um die Runden gekommen. Zum Glück waren es immer nur kleinere Dinge. Von daher passt alles“, zieht der Husqvarna-Fahrer ein zufriedenes Resümee.

Während in den DEM-Klassen noch keine Titelentscheidung gefallen ist, kann hingegen den ersten Titelträgern gratuliert werden! Im DMSB-Enduro-Cup konnte nach dem ersten Tag den Titelträgern Maximilian Wills (E1B), Mike Uhe (E3B) und Nils Teegen (Jugend) gratuliert werden. Sie waren der Konkurrenz bereits so weit enteilt, dass sie keiner mehr von der Spitze ihrer Klassenwertung verdrängen konnte.

Für Dennis Schröter war der letzte Renntag nicht nach Plan verlaufen: Rang vier in der Tageswertung war zwar nicht ganz, was er sich zum Abschluss einer großartigen Karriere gewünscht hatte. „Jetzt ist Feierabend“, meint der 38-Jährige emotional aufgekratzt, aber auch sichtlich erleichtert. „Der Tag heute hat mir nicht ganz so Spaß gemacht. Aber okay, man kann sich die Bedingungen eben nicht aussuchen. Unterm Strich war es eine schöne Saison und mit dem E3-Titel auch ein schöner Abschluss für alle, die in all den Jahren immer hinter mir gestanden haben!“

„Es waren schon taffe Verhältnisse“, gesteht Tagessieger Hamish Macdonald, der zudem mit dem großen Novemberpokal für den Gesamtschnellsten der Veranstaltung in Rüdersdorf ausgezeichnet wurde. Für Außenstehende pflügte er scheinbar mühelos durch die Schlammrinnen, was jedoch harte Arbeit war. „Es war nicht einfach und auch ziemlich anstrengend. Ich variiere gern einmal die Spur, aber bei den tiefen Rinnen war das nahezu unmöglich. Man musste immer hochkonzentriert bleiben. Diesen Tag dennoch zu gewinnen und natürlich den Titel ist toll. Das war auch mein Ziel und ich freue mich, dass es geklappt hat!“
 
Großen Jubel gab es bei Robert Riedel. Der Rüdersdorfer gewann bei seinem Heimrennen den Meistertitel in der E1. „Etwas Größeres gibt es doch nicht, oder? Ich bin wirklich sehr happy. Heute war es ja noch einmal richtig schwer, da war es schon eine Kunst, überhaupt durch zu fahren. Mir gelang es sehr gut, wesentlich besser als gestern, als in den Tests immer irgendetwas war. Heute lief von beginn alles glatt“, freut sich der KTM-Fahrer, der seinen Titel standesgemäß mit dem E1-Tagessieg perfekt machte.

Die Erleichterung, dass der Tag endlich vorbei war, stand Davide von Zitzewitz ins Gesicht geschrieben. „Über Nacht hat sich der Mittelfinger meiner linken Hand entzündet. Da habe ich gedacht, wie soll das heute nur gehen. Aber irgendwie hat es dann doch funktioniert. Zwar bin ich im Championat noch auf Platz Vier zurückgefallen, doch was für mich in erster Linie zählt ist der Meistertitel“, so der alte und neue Meister in der E2.
 
Bei den Junioren ging der Tagessieg erneut an Kevin Nieschalk, dem letztlich nur ein Zähler zum Titelgewinn fehlte, denn Noah Wenz rettete seinen Punktevorsprung über die Ziellinie. „Nach der letzten Sonderprüfung wusste ich nicht, ob es gereicht hat, da noch einige Fahrer meiner Klasse im Test unterwegs waren. Erst im Ziel habe ich erfahren, dass es gereicht hat. Mega, ich bin so froh, dass es mit dem Titel geklappt hat.“

Der Titel in der Deutschen Enduro-Mannschaftswertung ging an den ADAC Niedersachsen / Sachsen-Anhalt mit Dennis Schröter, Tristan Hanak und Benjamin Meusel. Im DMSB Enduro-Cup siegte die Mannschaft des ADAC Sachsen. Maximilian Wills sicherte sich nach seinem E1B-Titel nun auch die Krone im B-Championat. Mark Ziegler (E2B), Dirk Peter (Senioren), Mario Grimm (Super-Senioren), Stephanie Sonnenberg (Damen) und Richard  Minderlein (Klassik) machten die Titel in ihrer jeweiligen Kategorie fest.

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