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Jutta Kleinschmidt, Botschafterin der FIA Women in Motorsport Commission, mit den deutschen Teilnehmerinnen (v. l.) Lina Uck, Tammy Schönborn und Gina Trunk.

/ Automobilsport

Mädchen im Motorsport: Intensives Girls-on-Track-Finale in Le Mans

Nach dem Finale der Girls on Track Karting Challenge steht fest: Jede der 27 Finalistinnen des FIA-Programms für junge europäische Fahrerinnen ist eine Gewinnerin. Sechs der aufstrebenden Rennfahrerinnen können sich nun über eine weitere Betreuung als Förderkandidatinnen freuen, nachdem sie einen der begehrten Plätze im europäischen Nachwuchs-Team gewonnen haben.

Das „European Young Women Programme“ der FIA erreichte mit dem Finale der „Girls on Track Karting Challenge“ am zweiten März-Wochenende einen Höhepunkt. Für die große Endausscheidung im französischen Le Mans hatten sich 27 Talente qualifiziert. Sie wurden zuvor aus den mehr als 1.200 Mädchen ausgewählt, die in Deutschland sowie in acht weiteren europäischen Ländern (Belgien, Finnland, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei und Großbritannien) an nationalen Sichtungsveranstaltungen teilgenommen hatten. Die deutschen Farben vertraten Tammy Schönborn, Gina Trunk und Lina Uck, die in Frankreich von Johannes Schirdewahn, Abteilungsleiter Verbandsentwicklung beim DMSB, betreut wurden. Das talentierte, junge Trio hatte sich bei den Events der „Girls on Track Karting Challenge“ der FIA in Deutschland, die die dmsj organisiert hatte, erfolgreich durchgesetzt.

Tammy Schönborn im Finale der Top Neun
Nach der Anreise am Donnerstag stand der erste Trackwalk an, bevor die Mädchen am Freitag die ersten Runden im Rennkart absolvierten. Danach standen sowohl am Freitag als auch am Samstag verschiedene Fitness- und Reaktionstests, Motivationsinterviews und Fahrerbriefings mit den professionellen Fahrercoaches auf dem Programm. Am Sonntagmorgen absolvierten die Mädchen mit 125ccm-Junior-Karts dann zunächst Trainingssitzungen auf dem 1,3 Kilometer langen Le Mans Circuit International de Karting. Die aufstrebenden Rennfahrerinnen konnten zeigen, was sie von den Instruktoren der FFSA Academy gelernt und wie sie sich in den vergangenen Tagen weiterentwickelt hatten. Bei den Pre-Finals wurde dann für jedes Mädchen die Durchschnittsgeschwindigkeit aus drei schnellen Rennrunden ermittelt und das Resultat anschließend mit der Gesamtleistung der physischen und pädagogischen Einheiten in der Akademie kombiniert. Neun Mädchen starteten schließlich im Finale, bei dem nun die fünf besten Rundenzeiten berücksichtigt wurden. Dabei schaffte Tammy Schönborn den Sprung in die stark besetzte Entscheidung der Top Neun. Aber auch hier war das Ergebnis im Kampf gegen die Uhr erneut lediglich ein Teil der Gesamtkriterien, nach denen die sechs vielversprechendsten jungen Frauen für das europäische Team ausgewählt wurden. Zum Schluss wurden Milja Kukkonen (Finnland), Nina Pothof (Niederlande), Michalina Sabaj (Polen), Matilde Fidalgo (Portugal) sowie Anna Glaerum und Maja Hallén Fellenius (beide Schweden) als Siegerinnen geehrt.

Programm läuft weiter
Die Gewinnerinnen dürfen an FIA-Fahrertrainingslagern teilnehmen, in denen die jungen Fahrerinnen von der FIA durch ein Sport- und Bildungsprogramm unterstützt werden. Des Weiteren wird eine von ihnen die Chance erhalten, dank der Kooperation zwischen der Women in Motorsport Commission und der World Karting Commission, an der CIK-FIA Karting Academy Trophy 2019 teilzunehmen. Das zweijährige Erasmus+-Programm der FIA wurde ins Leben gerufen, um mehr junge Frauen im Alter von 13 bis 18 Jahren für den Motorsport zu begeistern und talentierten Fahrerinnen den Sprung hinters Lenkrad zu ermöglichen.

FIA-Botschafterin Jutta Kleinschmidt zieht positives Fazit
„Dies war eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung für die Mädchen. Ich bin sicher, dass sie sich alle ein Leben lang daran erinnern werden“, sagte Jutta Kleinschmidt, Botschafterin der FIA Women in Motorsport Commission und die einzige Frau, die die Rallye Dakar gewonnen hat. „Das Niveau des Wettbewerbs ist extrem hoch und es ist wirklich wahr, dass alle Mädchen, die es so weit geschafft haben, Gewinnerinnen sind. Ich bin überzeugt, dass sie ihren Traum vom Erfolg in einem unglaublich schwierigen, aber lohnenden Sport weiter verfolgen werden. Unsere Mission ist es, junge Frauen zum Motorsport zu ermutigen, und die Girls on Track Karting Challenge hat dies definitiv erreicht. Wir beabsichtigen nun, dass das Programm weiterhin auf nationaler Ebene umgesetzt werden kann und in noch mehr Ländern der Welt noch mehr junge Mädchen anzieht. Dies wäre ein großer Schritt nach vorne, vor allem an der Basis des Sports, in dem man bereits in jungen Jahren die Karriere beginnen muss.“

 

 

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