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Foto: Thomas Bubel

/ Bergrennen

Schillernder Bergrennsport in der Borgloher Schweiz

Das 51. Osnabrücker ADAC Bergrennen war nach dem Glasbachrennen vom Juni, das zweite und letzte deutsche Bergrennen der Saison mit FIA-Prädikat. Am Uphöfer Berg gastierten neben den Teams der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft auch Teilnehmer im FIA International Hill Climb Cup. Im Fahrerlager ging es demnach auch international zu. Von Bulgarien bis Norwegen reisten Teilnehmer an und besonders die drei skandinavischen Teams waren ein bisweilen positiv verrückter Farbtupfer.

Die Zuschauerzahlen blieben am extrem heißen Trainingstag etwas hinter den Erwartungen zurück, aber am Sonntag strömte das rennsportbegeisterte Volk wieder in Massen nach Borgloh vor die Tore Osnabrücks. In diesem Jahr stand der Sport klar im Vordergrund und das war der größte von vielen Pluspunkten, bei einem heißen Wochenende beim nördlichsten internationalen Bergrennen in Europa. Die Rennleitung des MSC Osnabrück ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und zog souverän die Veranstaltung durch. Zudem kam auch das Glück des Tüchtigen hinzu und am Renntag, der nicht ganz so von der Hitze dominierte war wie die Tage zuvor, brachte man vier Rennläufe problemlos durch, von denen die schnellsten beiden Läufe gewertet wurden.

Womit sogar die Insider nicht unbedingt rechneten, trat dann bereits am Trainingstag ein. Der Streckenrekord (51,024 Sek.) des diesjährigen EM-Überfliegers und Osella-Werksfahrers Christian Merli aus dem Vorjahr, wurde bereits im letzten freien Trainingslauf kurz nach 18 Uhr vom Franzosen Sebastien Petit in 51,008 inoffiziell unterboten. Nach einer tropischen Sommernacht bleib der amtierende und wohl auch kommende französische Meister Petit cool und stürmte in seinem Norma M20 FC Zytek V8 in 50,350 Sekunden die knapp zwei Kilometer zum neuen Streckenrekord nach oben. Auch in allen weiteren Durchgängen blieb „Seb“ unter der alten Bestmarke Merlis. Im zweiten Lauf trug er in 50,145 Sek. vorerst seine Rekordmarke in die Ergebnisliste ein. „Ich komme im nächsten Jahr zurück, um einen 49er Zeit zu fahren“, meine Petit im Siegerinterview. Schier über sich hinaus wuchs der Freiburger Deutsch-Slowene Patric Zajeslsnik. Auch er blieb zwei Mal unter dem Vorjahresrekord von Merli und strahlte nach der letzten Rückführung bis über beide Ohren, über seinen zweiten Gesamtrang. Nach den Entbehrungen der letzten Wochen, in Folge des Motorschadens am LobArt Mugen V8, zeigte sich Marcel Steiner mit Rang drei in diesem Spitzenfeld zufrieden. „Ich war hier noch nie so schnell, habe aber dennoch auf größere Zeitsprünge gehofft“, so der mehrfache Schweizer Meister.

Unter Wert schlagen lassen musste sich der Vorarlberger Christoph Lampert, der in diesem Jahr bereits mehrfach für Furore sorgte. Mit einer zu harten Reifenmischung konnte der Mann aus dem Team von Christian Merli nicht alles zeigen was er kann. „Die Reifenempfehlung aus Italien lag leider daneben“. Mit Abstand bester Deutscher wurde auf Gesamtrang zehn der „Aufsteiger des Jahres“ hierzulande, Christian Triebstein. Der Nordhesse, der nach verheilter Fußverletzung in seinem Dallara F302 Formel 3 wieder schmerzfrei Gas geben konnte, durfte sich dann auch über Rang drei in der stark besetzten Formel-Klasse bis 2 Liter freuen.

Ronnie Bratschi im FIA International Hill Climb Cup vorn
In Sachen FIA International Hill Climb Cup reiste Ronnie Bratschi aus dem Herzen der Schweiz nach Norddeutschland an die letzte nennenswerte Erhebung vor der Nordseeküste. In seinem rund 700 PS starker Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO verpasste er hauchdünn den Tourenwagen-Streckenrekord aus dem Jahr 2008 von Norbert Brenner – damals im Ex-DTM Opel aufgestellt, der damals noch als Tourenwagen eingestuft war. Primäres Ziel war der erreichte Tourenwagen-Gesamtsieg und die jetzt fast sichere Titelverteidigung im FIA International Hill Climb Cup in der E1-Kategorie. Knappe Abstände in den jeweiligen Läufen zu Nicolas Werver aus Frankreich (Porsche 997 GT2) und dem Bulgaren Nicolay Zlatkov im imposanten Audi Quattro S1 summierten sich am Ende zu einem klaren Erfolg.

Titelkampf in der DM spitzt sich zu
In der Deutschen Bergmeisterschaft klärte sich weiter das Bild in der Tabelle. Vor dem Finalwochenende in Eichenbühl in etwa fünf Wochen kristallisierten sich nun vier Piloten als engste Anwärter auf den Titel heraus. Alle Protagonisten sammelten in ihren Klassen volle DM-Punkte. Der Oberfranke Markus Fink dominierte einmal mehr die Gruppe F bis 1.600 ccm in seinem Citroen C2 VTS. Er kann in Eichenbühl noch einmal voll punkten, denn er müsste in diesem Fall lediglich zwei Punkte streichen. In ähnlicher Lage befindet sich der Allgäuer Günter Göser (Opel Kadett C 16V). Auch er gewann seine Klasse E1 über 2.000 ccm klar von Marcel Gapp im BMW M3. Bei den 1.400ern der Gruppe E1 ließ erneut Armin Ebenhöh im VW Scirocco 16V nichts anbrennen. In der Klasse E1 bis 2 Liter musste Dirk Preißer (Opel Kadett C 16) dem Tiroler Thomas Strasser zwar den Vortritt lassen, der jedoch in der DM-Wertung nicht punktberechtigt ist. Ohne in die Glaskugel zu schauen wird einer aus dem genannten Quartett am Ende neuer nationaler Titelträger am Berg sein und sich somit direkt für das FIA Hill Climb Masters am zweiten Oktoberwochenende in Italien qualifiziert haben.

ERGEBNISSE
51. Osnabrücker ADAC Bergrennen

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