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Motorsport und Covid-19-Virus: Fragen und Antworten

Letztes Update: 27. März 2020

Der DMSB ist sich als Sport-Spitzenverband seiner Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedsvereinen, den Sportlern und Teams, den Zuschauern und allen sonst im Motorsport aktiven Institutionen und Personen bewusst. Angesichts der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Corona-/Covid-19-Virus hat der DMSB eine Task-Force gebildet, die tagesaktuell die Entwicklungen verfolgt und auf der Basis der vorliegenden Informationen Maßnahmen in die Wege leitet und Handlungsempfehlungen für alle Motorsport-Akteure ausspricht. Diese steht auch mit staatlichen Behörden sowie anderen Verbänden im engen Austausch.

Informationen und Empfehlungen sind in der folgenden FAQ-Liste zusammengefasst, sie werden bei neuen Entwicklungen regelmäßig angepasst. Die Themen betreffen ausschließlich den Motorsport mit seinen spezifischen Gegebenheiten. Für allgemeine, fachlich und sachlich fundierte Informationen zum Covid-19-Virus empfehlen wir die FAQ-Seiten des Robert-Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Ziel des DMSB ist es, das Infektionsrisiko für Lizenznehmer und andere Beteiligte so weit es geht zu minimieren. Soweit sinnvoll, können dazu auch organisatorische und bürokratische Vorgaben seitens des DMSB außer Kraft gesetzt werden. Grundsätzlich ist eine Abweichung von den nationalen und internationalen Sportgesetzen – die den sichereren und sportlich-fairen Ablauf der Veranstaltungen gewährleisten – aber nicht möglich.

Eine Zusammenfassung der FAQs auf dieser Seite können Sie auch als Download-Dokument herunterladen.

1. Sind Motorsportveranstaltungen in Deutschland derzeit möglich?

Das öffentliche Leben in Deutschland ist derzeit weitgehend aufgrund behördlicher Maßnahmen zum Stillstand gekommen. Damit ist die Durchführung von Motorsportveranstaltungen zurzeit bundesweit von vornherein nicht möglich. Damit ist auch fast jede motorsportliche Betätigung bis auf weiteres ausgeschlossen, soweit sie über das rein persönliche Training von Einzelpersonen hinausreichen. Der DMSB rät ausdrücklich dringend, allen behördlichen Anordnungen Folge zu leisten.

Die Durchführung von Motorsportaktivitäten jeder Art erscheint derzeit frühestens ab Mitte April 2020 denkbar. Auch dann ist davon auszugehen, dass das Infektionsrisiko mit ansteckenden Krankheiten wie Covid-19 weiterhin nicht gebannt sein wird. Auch in der Zeit nach dem Ende der derzeitigen restriktiven Lage sollte also eine Risikoabwägung stattfinden, da nach aktuellem Stand bei Veranstaltungen jeder Art ein erhöhtes Risiko der Ansteckung auch weiterhin bestehen wird. Dieses kann nach Einschätzung der vom DMSB hinzugezogenen Experten insbesondere durch folgende Faktoren noch einmal erhöht sein:

  • Teilnahme von Personen aus Risikogebieten
  • Teilnahme von Personen mit akuten respiratorischen Symptomen (Atemwegserkrankungen)
  • Begrenzte Möglichkeiten / Angebote zur ausreichenden Handhygiene (Hände waschen bzw. Desinfektion)
  • Begrenzte Belüftungsmöglichkeiten in Räumlichkeiten (Zuschauertribünen, Papierabnahme, Siegerehrung etc.)
  • Hohe Intensität von Kontaktmöglichkeiten und Interaktionen (Papierabnahme, Siegerehrung etc.)

2. Ist die DMSB-Geschäftsstelle erreichbar? Sind Besuche möglich?

Die Geschäftsstelle des DMSB wird ab Donnerstag (19. März 2020) bis voraussichtlich 13. April 2020 aufgrund der Corona-Epidemie zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter nur eingeschränkt erreichbar sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DMSB werden im Homeoffice arbeiten und weiterhin wie gewohnt unter den bekannten Kontaktdaten telefonisch und via E-Mail für Ihre Fragen und Anliegen zur Verfügung stehen. Persönliche Besuche sind daher bis auf Weiteres nicht möglich.

Die DMSB-Geschäftsstelle wird in dieser Zeit von Montag bis Freitag zwischen 9:00 Uhr und 15:00 Uhr per E-Mail (info@dmsb.de) und Telefon (069/633007-0) erreichbar sein. Dennoch kann es durch die getroffenen Maßnahmen in den nächsten Wochen zu Verzögerungen und längeren Bearbeitungszeiten kommen.

3. Meine vorläufige Lizenz läuft ab oder ich habe andere Dokumente in der Geschäftsstelle abzuholen. Was soll ich tun?

Bis Mitte April können Lizenzen nicht persönlich in der Geschäftsstelle des DMSB abgeholt werden. Die Gültigkeit aller vorläufigen Fahrerlizenzen wurde deshalb vorsorglich auf 3 Monate verlängert, damit die Geltung bis zur Zustellung per Post sichergestellt ist. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte direkt an die Lizenzabteilung (lizenz@dmsb.de) des DMSB.

4. Mein Wagenpass wurde noch nicht ausgestellt oder ich habe andere Dokumente in der Geschäftsstelle abzuholen. Was soll ich tun?

Bis Mitte April können Dokumente nicht persönlich in der Geschäftsstelle des DMSB abgeholt werden. Um die Teilnahme an Veranstaltungen nicht zu gefährden, werden die Mitarbeiter der Technikabteilung unbürokratisch individuell helfen. Wenden Sie sich daher in dringenden Fällen bitte direkt an die Technikabteilung (technik@dmsb.de) des DMSB.

5. Meine Sportwartelizenz läuft aus – was gilt es zu beachten?

Sportwarte, deren Academy-Fortbildung abgesagt wurde (vgl. Frage 7) erhalten für die betroffene Sportwartelizenz automatisch eine Ausnahmegenehmigung für die kommende Saison. Die Kosten in Höhe von 75,00 € werden mit den Teilnehmerbeiträgen verrechnet und der Differenzbetrag erstattet. Die Bearbeitungszeit für die Rückerstattung kann bis zu sechs Wochen betragen.

In dringenden Fällen kann auch eine vorläufige Lizenz ausgestellt werden. Sportwarte, die in den kommenden Wochen unbedingt eine verlängerte Lizenz benötigen (z.B. weil ein Einsatz als Sportwart durchgeführt werden muss), wenden sich bitte per E-Mail an organisation@dmsb-academy.de. Wichtiger Hinweis: Das einmalige Recht, eine Ausnahmegenehmigung zur Lizenzverlängerung beantragen zu können, wenn die Teilnahme an einer notwendigen Fortbildungsveranstaltung aus persönlichen Gründen nicht möglich ist, bleibt davon unberührt.

Informationen zum weiteren Vorgehen werden allen angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Seminare zeitnah per E-Mail zugeschickt.
 
Für Sportwarte der Streckensicherung besteht keine Lizenzpflicht. Deshalb werden für sie keine vorläufigen Lizenzen, sondern nur die regulären Lizenzen ausgestellt. Hierbei kann es im Einzelfall zu Verzögerungen kommen. Wichtig zu wissen: Sportwarte haben bei ihren Einsätzen auch ohne Lizenzkarte Versicherungsschutz. Voraussetzung ist, dass ein entsprechender Lehrgang bzw. eine Fortbildung erfolgreich absolviert wurden und dies dem DMSB gegenüber dokumentiert wurde.

6. Welche Seminare, Sitzungen und Aus- / Weiterbildungsveranstaltungen wurden abgesagt oder verlegt?

Die für Anfang März geplanten Lehrgänge und Fortbildungsveranstaltungen der DMSB Academy wurden abgesagt. Sie werden, mit Ausnahme der International Medical Days, in diesem Jahr nicht nachgeholt und finden turnusgemäß wieder im Frühjahr 2021 statt.

Die Absage betrifft die folgenden Seminare:

  • Veranstaltungssekretär Automobil inkl. Rallye
  • Veranstaltungssekretär Motorrad
  • Fortbildung Sportkommissar (A+B)
  • Fortbildung Rallyeleiter/LS Rallye
  • Lehrgang mit Prüfung SK/FL Enduro/Trial
  • Fortbildung SK/FL Enduro/Trial
  • Schiedsrichter Motoball
  • Fortbildung Sportkommissar RL/LS Motocross/SuperMoto

Die International Medical Days wurden wegen der zu erwartenden außerplanmäßigen Belastung des medizinischen Personals verlegt. Als Ersatztermin wurde das Wochenende vom 30. Oktober bis 1. November 2020 festgelegt. Alle Teilnehmerbeiträge werden zurückerstattet, die Bearbeitungszeit kann bis zu sechs Wochen betragen.

7. Bei Erwerb/Verlängerung meiner DOSB-Trainerlizenz gibt es durch die aktuelle Situation Probleme. Was kann ich tun?

Der DOSB hat die Vorgaben für die DOSB-Lizenzverlängerung und für die maximale Ausbildungsdauer während der Corona-Krise verändert. Da auch im Bereich des DMSB / der dmsj Aus- und Fortbildungseinheiten in diesem Bereich abgesagt / verlegt werden müssen, setzt der DMSB / die dmsj die vorgeschlagenen Anpassungen um:

  • Für bereits erworbene DOSB-Trainerlizenzen, die am 31.12.2020 ungültig werden gilt: Die Lizenz kann ohne Nachweis der benötigten Lerneinheiten um ein zusätzliches Jahr ab dem Tag des letzten Gültigkeitstages verlängert werden. Der Antrag auf Verlängerung kann vor Ablauf der Lizenz gerichtet werden an: trainer@dmsj.org
  • Für DOSB-Trainer in Ausbildung gilt: Die Ausbildungsdauer wird um ein Jahr auf maximal drei Jahre erhöht. Ein gesonderter Antrag ist dazu nicht notwendig.

8. Gibt es Handlungsempfehlungen für Motorsportveranstalter?

Motorsportveranstalter können bundesweit mindestens bis Mitte April 2020 keine Veranstaltungen durchführen. Auch in der Zeit danach können sich Umstände ergeben, die eine Absage oder Verlegung von Veranstaltungen notwendig macht. Um die reibungslose Abwicklung in diesen Fällen möglichst unbürokratisch zu ermöglichen bittet der DMSB alle Veranstalter, Absagen und Verlegungen auch per E-Mail an veranstaltung@dmsb.de zu melden.

Auch für kleine Menschengruppen besteht bis auf weiteres die dringende Empfehlung, persönliche Kontakte insbesondere in geschlossenen Räumen zu vermeiden. Auch Vorbereitungstreffen, Gremiensitzungen etc. sind damit für Veranstalter praktisch nicht als Face-to-face-Meeting umsetzbar, und der DMSB rät dringend dazu, behördlichen Vorgaben und Empfehlungen zu folgen.

In der Zeit nach der Beendigung der strikten Maßnahmen ab Mitte April 2020 sollten die Verhaltensmaßregeln öffentlicher Institutionen (etwa des Robert-Koch-Institutes) dringend beachtet werden, um das allgemeine Infektionsrisiko zu vermindern. Darüber hinaus gibt es einige allgemeine Handlungsempfehlungen des DMSB für alle Veranstalter im Motorsport:

Vorbereitungsphase, Gremiensitzungen

  • Der DMSB empfiehlt auch nach dem Ende der derzeitigen Restriktionen, für persönliche Treffen jeweils eine Risikobewertung vorzunehmen. Veranstalter sollten prüfen, ob persönliche Treffen durch Online-Meetings, Telefonkonferenzen oder ähnliche Maßnahmen ersetzt werden können. Sind persönliche Treffen unumgänglich empfiehlt der DMSB, die Größe der Personengruppe zu beschränken.

Medizinisches Personal

  • Prüfung der Verfügbarkeit der für die Durchführung notwendigen notfallmedizinischen Einsatzkräfte. Es ist zu erwarten, dass medizinisches Fachpersonal auf Dauer einer hohen Arbeitsbelastung unterliegt und ggf. an anderer Stelle gebunden ist.

Dokumentenabnahme

  • Vermeidung größerer Menschenansammlungen, z. B. durch zeitliche Staffelung.
  • Nutzung digitaler Systeme, um die Anwesenheit der Teilnehmer im Nennbüro zu verkürzen.
  • Die Dokumentenabnahme sollte organisatorisch so aufgebaut sein, dass etwa Mehrfach-Verwendungen von Kugelschreibern vermieden werden. Snack-Angebote im Rahmen der Dokumentenabnahme sollten nur verpackt angeboten werden.
  • An allen geschlossenen Örtlichkeiten der Veranstaltung, sollte den Teilnehmern, Offiziellen, Helfern etc. geeignete Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Technische Abnahme

  • Vermeidung größerer Menschenansammlungen, z.B. durch zeitliche Staffelung oder durch die Durchführung der Technischen Abnahme in der betreffenden Box bzw. Zelt.

Fahrerbesprechung

  • Vermeidung größerer Menschenansammlungen in geschlossenen Räumlichkeiten, z.B. durch schriftliches Briefing, Durchführung als Online-Meeting oder im Freien.
  • Falls in der Veranstaltungs- bzw. Serien-Ausschreibung eine Fahrerbesprechung mit Teilnahmepflicht vorgesehen ist, so kann von dieser Regelung gemäß DMSB-Bulletin (DMSB-Veranstaltungsreglement und DMSG) abgewichen werden.

Siegerehrung

  • Vermeidung größerer Menschenansammlungen in geschlossenen Räumlichkeiten, etwa durch die Durchführung einer Pokalübergabe im Freien oder ohne feierliche Siegerehrung.

Generell gilt:

  • Menschenansammlungen (etwa bei Autogrammstunden, im Pressezentrum etc.) sollten möglichst vermieden werden.
  • Aktive Information von Teilnehmern und Zuschauern über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes (Händehygiene, Abstand halten, Husten- bzw. Schnupfenetikette).
  • Möglichkeiten zur ausreichenden Handhygiene schaffen (Hände waschen bzw. Desinfektion)
  • Per Aushang auf die Ansteckungsgefahr hinweisen. Entsprechende Vorlagen bietet etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html
  • In geschlossenen Räumen auf ausreichende Belüftung achten.