In der Saison 2026 übernahm der Berg-Cup e. V. erstmals die Promotorenschaft für die Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft (DBM) und stellte sich damit neben seinen etablierten Rennserien NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup einer weiteren Herausforderung. Weil dieses Konstrukt erst Ende 2025 zustande kam, verzichteten die Verantwortlichen auf größere Eingriffe in die Reglements, unterschieden in der DBM, die jahrelang nur einen Gewinner gekannt hatte, ab sofort zwischen Touren- und Sportwagen mit getrennter Wertung. Daraus resultiert ein Meistertitel für jede Abteilung. Damit erklärt sich bereits, warum in der Saison 2026 mindestens zwei Meistertitel vergeben wurden. Neu eingeführt wurde 2026 auch die Einschreibung zur Teilnahme an der DBM, um eindeutig festzustellen, welche Fahrer in der Wertung aufgenommen werden möchten. Im Feld der Tourenwagen waren dies 109 und bei den Sportwagen 15 Aktive.
Ein Rückblick auf die Saison 2026, die von Ende April bis Anfang Oktober dauerte, verdeutlicht den spannenden Verlauf der Meisterschaft. Zehn Bergrennen mit Streckenlängen von 1,64 bis 5,30 Kilometern pro Wertungslauf wurden insgesamt ausgetragen. Hauptsächlich in deutschen Mittelgebirgen, plus einem Trip nach Oberhallau in der Schweiz. Der Auftakt in Schotten war den Tourenwagen vorbehalten. Schnell kristallisierte sich in beiden Bereichen ein Kreis von Favoriten heraus. Wer am Ende die Meisterschaft für sich entscheiden würde, blieb jedoch bis zuletzt offen.
Tourenwagen: Spannendes Titelduell endet mit zwei Meistern
Bei den Tourenwagen präsentierten sich Fabian Brügge (BMW 325i E36) und Jannik Hofmann (NSU TT) in hervorragender Form, sie holten Klassensieg um Klassensieg. Ähnlich trumpfte Jens Weber mit seinem Opel Kadett C Coupé 16V auf, haderte allerdings mit der Teilnehmerzahl in seiner Performancefactor-Klasse. Denn um voll punkten zu können, brauchte es mindestens sechs Starter. Beim Rennen im August in Osnabrück hatte Jannik Hofmann mit kleineren Problemen zu kämpfen, konnte sich jedoch den zweiten Platz sichern und damit den Punkteverlust begrenzen. Dieses Ergebnis wurde sein vom Reglement zugestandenes Streichresultat. Jannik fuhr von da an unter großen Druck und musste bei allen drei noch ausstehenden Rennen die maximale Punktzahl erzielen, was ihm auch gelang. Am Ende waren Jannik Hofmann und Fabian Brügge punktgleich und konnten selbst durch die für solche Fälle vorgesehenen Feinregelungen nicht voneinander getrennt werden. Daher stehen die beiden 24-Jährigen gemeinsam als Deutsche Automobil-Berg-Meister der Tourenwagen fest. Doch das waren nicht die einzigen Erfolge in der Saison 2026. Jannik Hofmann sicherte sich gemeinsam mit seinem Vater Steffen den Gesamtsieg im NSU-Bergpokal, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Auch Fabian Brügge überzeugte nicht nur in der DBM, sondern gewann zusätzlich die neu geschaffene Division Performancefactor des KW Berg-Cups.
Sportwagen: Benjamin Noll entscheidet enges Titelrennen für sich
Auch bei den Sportwagen zeichnete sich ein ähnlich knappes Ergebnis wie bei den Tourenwagen ab. Meister Benjamin Noll (Osella PA 30/FA 30) und Vizemeister Bastian Voss (Tatuus Formel Master/Osella PA 2000 Evo) beendeten die Saison mit jeweils 168,80 Punkten. Auch sie mussten beim Finale in Mickhausen jeweils einen Klassensieg erzielen, um sich die Chance auf den Meistertitel zu sichern. Denn der Dritte im Bunde der DBM-Podiumskandidaten, Marco Lorig (Tatuus Formel Master), war rechnerisch noch mit minimalen Chancen unterwegs. Doch die zwei ganz an der Spitze agierten souverän und gewannen beide in ihrer Klasse. Unter dem Strich entschied ein Klassengewinn mehr zugunsten von Benjamin Noll. Ebenso wie die Tourenwagen-Meister zählen sie zu den nationalen Nachwuchshoffnungen, die ihr Können bereits auf internationaler Ebene unter Beweis gestellt haben.
Youngsters und Rookies: Fabian Brügge triumphiert in beiden Sonderwertungen
Auch die Sonderwertungen für Youngsters und Rookies verdienen besondere Aufmerksamkeit. Diese bestehen im KW Berg-Cup bereits seit 2010 und wurden fünf Jahre später auf den NSU-Bergpokal ausgeweitet. Gleich nach der Übernahme der Bergrenn-Promotorenschaft durch den Berg-Cup e.V., den Träger der beiden genannten Traditions-Bergrennserien, erfolgte auch die Einbindung der DBM-Teilnehmer, was durchaus als Mehrwert betrachtet werden kann. Der große Abräumer war Fabian Brügge, der beide Sonderwertungen für sich entscheiden konnte. Bei den Youngsters stiegen Bastian Voss und Leopold Gast (Renault Clio 4 Cup) mit auf das Podest. Die Rookie-Plätze zwei und drei gingen an Daniel Winkler (Audi RS3 TCR) und Laurin Krystofiak (NSU 1200C).
DBM 2026: Meisterehrung und neue Ziele für 2027
Am 07. November werden die erfolgreichen Teilnehmer des NSU-Bergpokals, des KW Berg-Cups und der DBM in Bad Mergentheim gemeinsam geehrt. Die Weiterentwicklung der DBM steht auch für 2027 weit oben auf der Agenda. Ein zentrales Ziel ist dabei die Optimierung der Punkteberechnung, die sowohl fair als auch differenziert gestaltet werden soll. Dadurch sollen möglichst eindeutige Ergebnisse für die beiden ausgeschriebenen Meistertitel erzielt werden. Sollten dennoch erneut mehrere Fahrer punktgleich an der Spitze stehen, würde dies die hohe Leistungsdichte und den spannenden Wettbewerb im deutschen Bergrennsport unterstreichen.
Quelle Text: Uli Kohl, Berg-Cup e.V.
Weitere Infos sind auf der Berg-Cup-Website zu finden.






