Der deutsche Motorsport appelliert an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, um den erfolgreichen Motorsport-Standort Deutschland zu erhalten und für die Zukunft zu stärken. Die konkreten Forderungen wurden vom DMSB in Zusammenarbeit mit den Trägervereinen ADAC, AvD und DMV sowie mit Rennstrecken- und Industrievertretern erarbeitet und als Positionspapier im Rahmen eines Parlamentarischen Abends am 03. März Politik und Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei reichen die Punkte des Positionspapiers von der grundsätzlich gleichberechtigten Förderung des Motorsport-Spitzensports über die Unterstützung von Großveranstaltungen im internationalen Wettbewerb und die rechtliche Absicherung des Ehrenamts bis hin zur bundesweiten Vereinheitlichung von Genehmigungs-verfahren. Gleichzeitig blickt der Dachverband selbstbewusst auf starke Kennzahlen, die den Anspruch der deutschen Motorsportler untermauern: So gibt es etwa 14,6 Mio. Motorsportinteressierte, 1.750 Veranstaltungen in 20 Disziplinen und eine Rennsportbranche mit 30.000 Arbeitsplätzen und einem jährlichen Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro.
Das Politische Positionspapier des deutschen Motorsports (pdf)
„Wenn Deutschland seine Stellung in der Spitzengruppe der Motorsportnationen behalten soll, muss dringend gehandelt werden“, weiß DMSB-Präsident Wolfgang Wagner. „Nicht nur die Automobilindustrie als Kern der deutschen Wirtschaft ist im Umbruch, auch der Motorsport als innovative Speerspitze in Sachen Technik und Nachhaltigkeit muss durch finanzielle Unterstützung und Bürokratieabbau gestärkt werden.” Die Politik denke bei Motorsport immer nur an international erfolgreiche Serien wie die Formel 1 oder MotoGP. Dabei sei der Motorsport viel umfassender und in vielen Disziplinen keinesfalls auf Rosen gebettet. „Daran wollen und müssen wir gemeinsam mit der Politik arbeiten“, so Wagner. „Dafür ist das Positionspapier des deutschen Motorsports ein wichtiger Schritt.”
Positionspapier definiert konkreten Unterstützungsbedarf
Das Positionspapier umfasst insgesamt neun Bereiche, die eng miteinander verzahnt sind. So geht es etwa um die gleichberechtigte Anerkennung des Motorsports bei Fördermaßnahmen im Spitzensport. Hier sollte nicht die Teilnahme an Olympischen Spielen oder World Games der Maßstab sein, sondern auch das gesellschaftliche Interesse an einer Sportart. Gleiches gilt für die Basis des Motorsports im Kinder-, Jugend- und Breitensport. Rund 170.000 Motorsportlerinnen und Motorsportler, Ehrenamtler und Vereinsmitglieder benötigen attraktive Rahmenbedingungen, die am Ende auch dem Spitzensport zugutekommen. Auch die rechtliche Absicherung von Menschen, die sich ehrenamtlich im Motorsport engagieren, gehört zur Zukunftssicherung, denn in nur wenigen Sportarten ist die Quote von benötigten Helfern im Vergleich zu den Aktiven so hoch: Rund jeder zehnte Motorsportler ist ehrenamtlich tätig – vom Rennleiter bis zum Sportwart der Streckensicherung. In den gleichen Themenkomplex gehören die Förderung von internationalen Sportgroßveranstaltungen und die Modernisierung und nachhaltige Entwicklung von Sportstätten. „Große Events bringen Geld in die Kasse von Bund und Ländern, das weiß jeder, der aktuell die deutsche Bewerbung um Olympische Spiele unterstützt”, erklärt DMSB-Präsident Wagner. „Das auch Weltmeisterschaftsläufe von FIA und FIM Hunderttausende Fans anlocken und damit für Millionen an zusätzlicher Wirtschaftskraft sorgen, wird dabei leider oft ausgeblendet. Das können wir nur ändern, wenn Motorsport als bedeutender Wirtschaftsfaktor anerkannt und entsprechend unterstützt wird.” Das all das keineswegs im Widerspruch zu Klimaschutz und nachhaltigem Handeln steht, liegt für die Motorsportler auf der Hand. „Schließlich ist Motorsport in seiner traditionellen Rolle als Entwicklungs- und Erprobungsplattform für technische Innovationen seit Jahrzehnten ein Treiber zukunftsfähiger Entwicklungen”, so Wolfgang Wagner weiter. „Warum sollte das bei wichtigen Themen wie nachhaltiger Mobilität anders sein?”
Das vollständige Positionspapier des deutschen Motorsports findet sich auf der Website des DMSB unter diesem Link als PDF-Download (pdf).

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