Mit Jochen Lindner verliert der deutsche Motorsport eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte Verantwortung übernommen und sportliche Entwicklungen angestoßen hat. Seit den frühen 1950er-Jahren war er dem Motorsport verbunden – zunächst als aktiver Sportler, später als Organisator und Funktionär. Besonders in seiner Berliner Heimat setzte er immer wieder Impulse für das regionale Motorsportleben. Veranstaltungen im Orientierungssport und Rallyebereich profitierten von seinem organisatorischen Geschick, seiner Verlässlichkeit und seiner Fähigkeit, Menschen für gemeinsame Ziele zusammenzuführen. Lange Zeit war er zentral in die Organisation des Berliner Eisspeedwayrennens eingebunden.
Eine besondere Bedeutung hatte sein Wirken in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung. Lindner engagierte sich dafür, gewachsene Motorsportstrukturen zusammenzuführen und Aktiven aus den neuen Bundesländern den Weg in gemeinsame Verbandsstrukturen zu öffnen. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Neuordnung des Motorsports in Deutschland.
Aus Sicht des DMSB bleibt sein Name vor allem mit der Gründung des Deutschen Motor Sport Bundes im Jahr 1997 verbunden. Als Präsident des DMV gehörte Jochen Lindner zu den Gründungsmitgliedern des DMSB. In einer Phase intensiver Abstimmungen wirkte er daran mit, Automobil- und Motorradsport in Deutschland unter einem gemeinsamen Dachverband zusammenzuführen. Er brachte die Perspektive seines Verbandes dabei mit Nachdruck ein und half mit, tragfähige Grundlagen für die künftige Interessenvertretung des deutschen Motorsports zu schaffen.
Auch nach seiner aktiven Amtszeit blieb Jochen Lindner dem Sport als erfahrener Ratgeber und kritischer Begleiter verbunden. Für seine Verdienste wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.
Der DMSB wird Jochen Lindner ein ehrendes Andenken bewahren. Die Anteilnahme aller deutschen Motorsportlerinnen und Motorsportler gilt seinen Angehörigen sowie seinen Weggefährten im DMV und im gesamten Motorsport.


