100 Jahre ONS: Jubiläum im deutschen Motorsport

Eine Gruppe von ONS-Staffelaners posiert zum fünfjährigen Jubiläum mit Staffelautos, die in einer Reihe auf einer Straße in der Nähe von verschnörkelten Laternenpfählen stehen.©

Die motorsportlichen Pioniertage hatten etwas von „Wildwuchs mit Tempo“: der deutsche Automobilsport boomte. Ohne einheitliche Regeln, klare Zuständigkeiten und verlässliche Strukturen ging das auf Dauer nicht gut. Genau hier setzte 1926 die Oberste Nationale Sportkommission (ONS) an: ADAC und AvD bündelten als größte Motorsport-Träger die Verantwortung für den Automobilsport in einer zentralen Institution.

Von Beginn an war Deutschland damit auch eng in die internationale Motorsportordnung eingebunden. Denn über den AvD als Gründungsmitglied der AIACR, der Vorgängerorganisation der späteren FIA, war die ONS auch im internationalen Motorsport verankert. Seitdem sorgte sie als ASN („Autorité Sportive Nationale”, also als Nationale Sportbehörde) für die Kompatibilität mit internationalen Regeln, Lizenzsystemen und Prädikaten. Die legendären Vorkriegs-Grand-Prix, die noch heute unvergessenen Fights zwischen Maserati, Alfa Romeo, Mercedes, Auto Union und anderen – auch das Aufeinandertreffen von internationalen Top-Stars wie Rudolf Caracciola, Bernd Rosenmeyer, Tazio Nuvolari oder Achille Varzi: Sie wären ohne diesen organisatorischen Unterbau kaum denkbar gewesen.

Die Aufgabe als nationale Sporthoheit im internationalen System gehörte auch nach dem zweiten Weltkrieg zu den Aufgaben der ONS. Ab dem 20. September 1949 wurde sie von der FIA als alleiniger Inhaber der Sporthoheit in Deutschland anerkannt. Seitdem schaute auch die internationale Gemeinschaft häufig nach Deutschland, denn die ONS war unter anderem in den Bereichen Organisation und Sicherheit Vorreiter im Motorsport. Dass auch damals schon das heutige DMSB-Motto „Mit Sicherheit Motorsport.” gültig war, zeigt ein Meilenstein: 1972 wurde die ONS-Staffel gegründet (heute DMSB-Staffel); beim Jim-Clark-Rennen am 7./8. April 1973 wurde erstmals ein „R-Wagen“ eingesetzt. 

Parallel war der Motorradsport organisatorisch eigenständig geblieben. Die spätere OMK war 1947 gegründet (zunächst als „Oberste Motorsportkommission“) und 1949 in Oberste Motorradsport-Kommission umbenannt worden. Sie hatte bis 1997 die Sporthoheit im deutschen Motorradsport inne.

Ab Anfang 1998 wuchs schließlich zusammen, was lange schon zusammengehört hätte: Nach der Gründung des DMSB am 8. Juni 1997 war am 1. Januar des Folgejahres alles bereit, damit der neue Verband die Aufgaben von ONS und OMK als Nachfolger beider Verbände übernehmen konnte. 

Zeitstrahl (Auswahl)

  • 1926: Gründung der ONS durch ADAC und AvD: Internationale Einbindung als ASN in den AIACR-Strukturen
  • 20.09.1949: Anerkennung der ONS als nationale Sporthoheit durch die FIA
  • 1959: Edgar Barth wird erster Empfänger des „Großen ONS-Pokals“ als Auszeichnung für besondere Motorsportler 
  • 1972: Gründung der ONS-Staffel (heute DMSB-Staffel)
  • 07./08.04.1973: Erster „R-Wagen“-Einsatz (Jim-Clark-Rennen, Hockenheim)
  • 08.06.1997 / 01.01.1998: Gründung und Geschäftsübernahme des DMSB als gemeinsamer Nachfolger von ONS und OMK
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