Nach dem Titelgewinn im vergangenen Jahr blickte man mit ganzer anderer Erwartung auf das junge deutsche Team. Mario Häusl, Janek Konzack und Hannah Grunwald wurden zum Kreis der Medaillenanwärter gezählt. Lediglich auf einer Position wurde die Aufstellung verändert – für den letztjährigen Kapitän Norick Blödorn rückte Janek Konzack auf. Am Ende reichte es nicht für die Titelverteidigung, aber mit Platz drei überzeugte das Team erneut. Sieger und damit SON2 – Weltmeister wurde Polen vor Dänemark.
Deutschland lag punktgleich mit Großbritannien und Australien bei jeweils 33 Zählern, was bedeutete, dass der Kampf um die Bronzemedaille über Bonuspunkte entschieden werden musste – wobei für jedes Rennen ein Bonuspunkt vergeben wurde, in dem Teamkollegen gemeinsam die Plätze eins und zwei oder zwei und drei belegten. Da Deutschland fünf seiner Läufe mit 5:4 für sich entschied, belegte das Team in der Gesamtwertung den dritten Platz. Großbritannien landete mit drei Bonuspunkten auf Rang vier, während Australien mit zwei Punkten Fünfter wurde.
Der deutsche Teamkapitän Mario Häusl, der insgesamt 17 Punkte beisteuerte, zeigte sich überglücklich darüber, dass die hervorragende Teamleistung – gemeinsam mit Konzack (13 Punkte) und Grunwald – belohnt wurde. Grunwald schrieb dabei Geschichte, da sie als erste Fahrerin überhaupt in der Geschichte des SON2-Wettbewerbs Punkte erzielte, indem sie im 24. Lauf den zweiten Platz belegte.
Reaktionen aus dem Team
Ein sichtlich begeisterter Häusl erklärte: „Ich habe heute gemeinsam mit meinen Teamkollegen ein großartiges Ergebnis erzielt. Beim SON2-Wettbewerb dreht sich immer alles um die Teamarbeit. Es ist fantastisch, wieder auf dem Siegerpodest zu stehen. Letztes Jahr haben wir den SON2-Titel gewonnen, daher ist der dritte Platz auch diesmal ein toller Erfolg. Im vergangenen Jahr war es Norick Blödorn, der die entscheidenden Punkte für uns eingefahren hat – und heute war ich derjenige, der die meisten Zähler beisteuerte. Auch Janek hat eine hervorragende Leistung gezeigt, und mein gemeinsamer Lauf mit Hannah verlief ebenfalls zufriedenstellend.“
Die beiden Teammanager Mathias Bartz und Sascha Dörner waren überglücklich und fühlten sich bestätigt in ihrer Arbeit mit dem jungen Kader. „Die Sensation in Torun letztes Jahr war riesig. Die Bronzemedaille ein Jahr später ist meiner Meinung nach mindestens so viel wert. Die Mannschaft hat geliefert und bewiesen, dass da eine sehr gute Generation in den Startlöchern steht“, freut sich Dörner.
Mathias Bartz fasst den Wettbewerb zusammen: „Wenn ich auf das Speedway of Nations 2 in Prag zurückblicke, überwiegt vor allem eines: großer Stolz auf unsere Mannschaft. Mit Platz drei haben wir am Ende ein Ergebnis eingefahren, mit dem wir absolut zufrieden sein können. Vor dem Rennen war uns allen bewusst, dass vor allem Polen und Dänemark extrem stark aufgestellt sein würden. Beide Nationen haben das im Verlauf des Abends auch bestätigt und stehen verdient ganz vorne. Trotzdem sind wir sehr gut ins Rennen gestartet. Dass wir sowohl Dänemark als auch Australien im direkten Aufeinandertreffen schlagen konnten, hat früh gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Gleichzeitig wussten wir aber auch, dass das gesamte Feld eng zusammenliegen würde und jeder einzelne Punkt entscheidend sein kann.
Genau deshalb haben wir bereits beim Teammeeting am Donnerstag und auch nochmals am Freitag ganz klar angesprochen, dass Teamfahren oberste Priorität haben muss. Mario Häusl und Janek Konzack haben das auf der Bahn hervorragend umgesetzt. Beide haben füreinander gearbeitet, sich gegenseitig unterstützt und genau den Teamspirit gezeigt, den wir sehen wollten.
Auch Hannah Grunwald hatte ihren Einsatz und konnte wichtige Punkte für uns holen. Dabei spielt es am Ende keine Rolle, wie diese Punkte zustande gekommen sind — entscheidend ist, dass sie da waren. Gerade bei einem so engen Rennen machen genau diese Kleinigkeiten oft den Unterschied aus. Besonders bemerkenswert war für mich unsere mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben zwar nur einen Laufsieg eingefahren, gleichzeitig aber auch nur einen einzigen Nuller kassiert. Genau diese Konstanz war am Ende ausschlaggebend dafür, dass wir auf dem Podium gelandet sind.
Diesen dritten Platz gönne ich den drei eingesetzten Sportler:innen wirklich von Herzen. Ich bin unglaublich stolz auf die gesamte Truppe. Nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich hat dieses Team hervorragend funktioniert. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft war über das gesamte Wochenende spürbar und genau das macht solche Erfolge möglich. Wenn ich sehe, wie sich diese junge Mannschaft präsentiert hat, dann macht das definitiv Hoffnung auf die Zukunft. Mit dieser Einstellung, diesem Teamgeist und dieser Mentalität werden wir auch in den kommenden Jahren noch viel Freude an diesen Fahrerinnen und Fahrern haben.“
Ergebnis FIM SPEEDWAY OF NATIONS – SON2 – PRAG 2026
- POLEN 45: 1. Wiktor Przyjemski 24, 2. Bartosz Banbor 21, 3. Kevin Malkiewicz DNR.
- DÄNEMARK 37: 1. Villads Nagel 23, 2. Bastian Pedersen 14, 3. Mikkel Andersen 0.
- DEUTSCHLAND 33: 1. Janek Konzack 13, 2. Mario Häusl 17, 3. Hannah Grunwald 3.
- GROSSBRITANNIEN 33: 1. Luke Harrison 12, 2. Will Cairns 18, 3. Cooper Rushen 3.
- AUSTRALIEN 33: 1. Mitchell McDiarmid 19, 2. Tate Zischke 0, 3. Beau Bailey 14.
- TSCHECHIEN 27: 1. Adam Bubba Bednar 23, 2. Adam Nejezchleba 4, 3. Bruno Belan DNR.
- SCHWEDEN 23: 1. Rasmus Karlsson 16, 2. Sammy Van Dyck 2, 3. Erik Persson 5.
- UKRAINE 21: 1. Roman Kapustin 0, 2. Nazar Parnitskyi 21, 3. Danko Hladkovskyi 0.
Quelle: Bernhard Härtinger, Team Germany Speedway
Fotos: Noah Naujokat, sportpics.nn
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