Deutschland belegt Platz drei beim Semifinale zum Speedway World Cup und verpasst somit den Einzug in das Finale, das am 29. August in Warschau im mit 50.000 Fans vollbesetzten Nationalstadion ausgetragen werden wird. Den Sieg holte sich mit 39 Punkten die Mannschaft aus Großbritannien, die getragen von den beiden Superstars Daniel Bewley und Robert Lambert von Beginn an das Zepter in der Hand hatten. Lambert fasste den Abend zusammen: „Der Sieg war alles andere als leicht zu erringen. Als Team nehmen wir bei solchen Rennen keinen anderen Fahrer oder kein anderes Team auf die leichte Schulter. Wir haben uns ein paar großartige Rennen geliefert. Ich habe ein paar waghalsige Manöver gezeigt und einige Angriffe gestartet. Ich bin zufrieden damit und natürlich freue ich mich, dass das Team weitergekommen ist – das war unser Ziel. Auf nach Warschau!“
Tschechien und Deutschland waren mit 30 Punkten punktgleich am Ende des Tages. Das Reglement sah in diesem Fall vor, dass die Majorität der Platzierungen entscheidet. Tschechien konnte insgesamt fünf Laufsiege holen, während die deutsche Auswahl drei Siege holte, wodurch die Tschechen schließlich auf Platz zwei in der Wertung landeten. Diese Reihenfolge war aber nur noch eine Randnotiz, da nur Platz eins die Qualifikation für das Finale in Warschau bedeutete.
Die Mannschaft aus der Ukraine nahm zum ersten Mal an diesem Wettbewerb teil. Sie sammelte 21 Punkte und hinterließ einen sehr respektablen Eindruck.
Stimmen aus dem deutschen Team
Kai Huckenbeck und Norick Blödorn waren die beiden deutschen Fahrer, die am meisten Eindruck machten und ihre Leistung abrufen konnten. Blödorn zeigte sich mit der eigenen Performance zufrieden: „Insgesamt war es ein recht gutes Meeting für alle. Es war schön, vor heimischem Publikum so ein Meeting zu haben. Die Ergebnisse waren zwischendurch eng beieinander, selbst Großbritannien war anfangs nicht weit weg. Wir haben das Tempo gut mitgehalten. Ich denke, es war einfach ein guter Rennabend, und wir hatten Pech, dass es nicht für den zweiten Platz gereicht hat. Das wäre toll für Deutschland gewesen. Wir waren punktgleich mit den Tschechen, daher war es schade. Insgesamt war es ein gutes Meeting für Landshut, ein gutes Meeting für die deutschen Fans. Ich war mit meiner Leistung recht zufrieden.“
Teammanager Mathias Bartz: „Bitteres Aus im Halbfinale: Punktgleich mit Tschechien endet es nur auf Platz drei – nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Kai und Norick haben stark abgeliefert, doch Ausfälle haben uns zurückgeworfen. Für den Sieg hätte es an diesem Tag wohl trotzdem nicht gereicht. Es bleibt nach diesen Tagen rund um das Event, dass wir stolz auf unsere Jungs sind.“
„Die Enttäuschung direkt nach Rennende war schon groß. Im Vorfeld habe ich mir mehr ausgerechnet und erhofft. Die technischen Ausfälle haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass der Abstand nach vorne nie wirklich kleiner wurde. Kai hat die Rolle des Kapitäns voll angenommen und gut gepunktet. Norick zeigte den ganzen Abend über eine sehr ansprechende Leistung. Das haben wir von beiden auch erwartet. Mario Häusl fuhr einen Lauf, in dem man sehen konnte, dass dieses Niveau schon noch sehr herausfordernd für ihn ist. Lars Skupien und Kevin Wölbert hatten beide Pech und mussten mit Plattfüßen ausrollen. Wenn es nicht ganz rund läuft, wie bei Kevin, dann kommt auch noch Pech dazu. Für Lars Skupien freut es uns, dass er im letzten Lauf zeigen konnte, was er kann und noch zwei Punkte holte. Ehrlicherweise ist aber auch festzuhalten, dass ab Durchgang eins der Zug der Briten rollte und wir Deutschen nur im zweiten Wagon saßen“, blickt Dörner mit gemischten Gefühlen zurück.
Die deutsche Nationalmannschaft verpasste also nach dem Gewinn des SON2 – Titels im vergangenen Jahr das nächste Ausrufezeichen zu setzen.
SWC SEMI-FINAL 1 – Endergebnis
- GROSSBRITANNIEN 39: 1. Dan Bewley 13, 2. Robert Lambert 14, 3. Tom Brennan 9, 4. Leon Flint 3, 5. Will Cairns DNR.
- TSCHECHIEN 30: 1. Adam Bubba Bednar 3, 2. Daniel Klima 5, 3. Vaclav Milik 12, 4. Adam Nejezchleba DNR, 5. Jan Kvech 10.
- DEUTSCHLAND 30: 1. Norick Blodorn 11, 2. Mario Hausl 0, 3. Kevin Wolbert 5, 4. Lars Skupien 2, 5. Kai Huckenbeck 12.
- UKRAINE 21: 1. Stanislav Melnychuk 11, 2. Andrii Rozaliuk 0, 3. Roman Kapustin 2, 4. Nazar Parnitskyi 4, 5. Marko Levishyn 4.
Quelle: Bernhard Härtinger, Team Germany Speedway
Fotos: Noah Naujokat, sportpics.nn
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