Motocross-WM zeigte Weltklassesport in Teutschenthal

©

MXGP: Sieg für Gajser, Lokalmatador Jacobi glücklos

Beim Kampf der Motocross-Weltelite konnten die Deutschen Piloten diesmal nicht mithalten. In der Königsklasse MXGP (bis 450 ccm) war es für Lokalmatador Henry Jacobi (Honda) ein Wochenende zum Vergessen. Während der Thüringer im ersten Heat nur Rang 20 erreichte, schied er im zweiten Umlauf sogar komplett aus. Damit konnte er im Talkessel nur einen WM-Zähler sammeln und rutschte in der WM-Wertung um einen Rang zurück auf die 15. Position. Beim letzten Grand Prix in Teutschenthal im Jahr 2019 war Jacobi noch in der MX2-Klasse unterwegs und hatte Gesamtplatz fünf erreicht.

Erfolgreich waren andere: Der Sieger von Teutschenthal 2021 heißt Tim Gajser (Honda), der bereits 2019 hier gewann nun die Führung im Gesamtklassement übernommen hat. Mit ihm auf dem Podium standen der Niederländer Jeffrey Herlings (KTM) als Zweiter und der Franzose Romain Febvre (Kawasaki) als Drittplatzierter. Getrübt wurde die Freude über das spannende Geschehen in der Topklasse vom Zusammenstoß des Spaniers Jorge Prado (KTM) mit seinem Teamkollegen Jeffrey Herlings unmittelbar nach der Zieldurchfahrt im ersten Lauf. Prado, im ersten Umlauf noch Sieger, konnte danach beim zweiten Lauf verletzungsbedingt nicht mehr antreten.

Für die weiteren deutschen Starter, die Brüder Tim und Tom Koch aus Wormstedt (Husqvarna/KTM) sowie Mike Stender (Yamaha) und Stefan Ekerold (Husqvarna), reichte es bei diesem Deutschland-GP nicht für WM-Punkte.

MX2: Sieg für Yamaha-Pilot Maxime Renaux

Über den Grand-Prix-Sieg in der „kleinen“ WM-Klasse MX2 freute sich in Teutschenthal der Franzose Maxime Renaux (Yamaha). Bei der Siegerehrung hatte noch sein Landsmann Tom Vialle (KTM) ganz oben auf dem Treppchen gestanden. Da er während des zweiten Rennens jedoch eine Sicherheitsflagge missachtet hatte, wurde er nach den Rennen von der Jury zwei Plätze nach hinten versetzt, was ihn den Sieg kostete. Als Dritter wird der Österreicher Rene Hofer (KTM) in der Siegerliste geführt, der sich sichtlich über seine erste WM-Podiumsplatzierung überhaupt freute.

Die beste Platzierung eines deutschen WM-Fahrers holte der siebtplatzierte Simon Längenfelder (GasGas). Im WM-Ranking rückt der 17-jährige Bayer, der ein Wochenende zuvor noch für das deutsche Team bei der Mannschaftsweltmeisterschaft (MX of Nations) antrat, um einen Platz auf Rang elf vor. Die weiteren Deutschen Paul Haberland (Honda), Marnique Appelt (KTM) und Nico Greutmann (Husqvarna) belegten allesamt hintere Plätze und konnten damit keine WM-Punkte ernten.

Freude über gute Deutsche in den EM-Klassen

Zum Programm des MXGP von Deutschland zählten auch in diesem Jahr zwei Klassen der Europameisterschaft. Coronabedingt wurden diese bereits samstags komplett ausgefahren. Der Italiener Nicholas Lapucci (Fantic) holte sich mit zwei Laufsiegen den Teutschenthaler Pokal in der großen EM-Klasse (EMX250) vor dem Norweger Kevin Horgmo (GasGas) und seinem Landsmann Andrea Bonacorsi (Yamaha). Hervorragende Ergebnisse fuhren mit Rang sieben der Chemnitzer Jeremy Sydow (Yamaha) und Maximilian Spieß aus Ortrand (Fantic) auf Rang acht ein.

Turbulent ging es in der kleineren EM-Klasse (EMX125) zu. Hier siegte der Niederländer Ivano van Erp (Yamaha) mit einem Punkt vor Bobby Bruce aus Großbritannien (GasGas) und Lucas Coenen aus Belgien (Kawasaki). Bester deutscher Youngster war Valentin Kees aus Schwabniederhofen (KTM), der sich mit einem guten zweiten Lauf immerhin sechs Meisterschaftspunkte holte und im Gesamtklassement auf Platz 19 ankam. Zwei Punkte gab es auch für den Teamkollegen Maximilian Werner aus Jena. In den Kampf um die Meisterschaft der EMX125 können beide aber nicht eingreifen.

Premiere für e-Motocross

Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr in Teutschenthal Meisterschaftspunkte in einer e-Motocross-Klasse vergeben. Fahrer von sechs bis acht Jahren gehen in dieser neuen Serie an den Start, die über fünf Läufe ausgetragen wird. „Minis“ aus ganz Europa waren dafür in den Talkessel gereist, um im Rahmen der WM um Podiumsplatzierungen zu fahren. Der Spanier Eleu Jose (Husqvarna) konnte nach zwei Läufen den Siegerpokal in die Höhe stemmen, neben ihm auf dem Podium standen die beiden Österreicher Elias Eder (KTM) und Maurice Heidegger (GasGas). Bester Deutscher wurde Felix Siegl (Husqvarna) als 14. im Endklassement.

Jens-Uwe Jahnke, Vorsitzender des MSC Teutschenthal zog ein positives Resümee des Rennwochenendes: „Es war eine tolle Veranstaltung. Nach zweieinhalb Jahren Pause konnten wir zeigen, dass wir nicht aus der Übung sind und weiterhin ein WM-Rennen mit hohem Standard ausrichten können. Die Planung war aufgrund der Corona-Pandemie sehr schwierig. Doch das Wochenende war ein riesiges Erlebnis für alle vor Ort und wir freuen uns jetzt schon wieder auf das kommende Jahr.“

Zurück