Die deutschen Supermoto-Piloten zählen seit Jahren zur internationalen Spitze. Marc Reiner Schmidt geht als vierfacher Weltmeister und Führender der S1GP-Weltmeisterschaft in das SuperMoto of Nations. Bevor es für den Ducati-Piloten mit einem Vorsprung von 29 Punkten zum Saisonfinale am zweiten Oktoberwochenende ins belgische Mettet geht, steht zunächst das SuperMoto of Nations, die Team-Weltmeisterschaft im Supermoto, auf dem Programm. Und das wird in diesem Jahr zum Heimspiel für die beiden deutschen Mannschaften, denn vom 25. bis zum 27. September ist die internationale Supermoto-Elite im Wendelinuspark im saarländischen Sankt Wendel zu Gast.
Die deutschen Mannschaften der Junioren und der Senioren waren bereits im vergangenen Jahr im tschechischen Vysoke Myto mit großen Ambitionen angereist. Beide Mannschaften beendeten den Wettbewerb auf dem zweiten Rang. Die Senioren mussten sich dabei den Österreichern geschlagen geben, während bei den Junioren Frankreich den Titel gewann; beiden deutschen Teams fehlte zum Titelgewinn jeweils nur ein Punkt.
Beim Heimspiel in St. Wendel wollen beide deutschen Mannschaften erneut um den Titel kämpfen. Der rund 1.140 Meter lange Kurs kombiniert Asphalt- und Offroad-Abschnitte und gehört zu den wenigen temporären Strecken im Rennkalender. Da er teilweise über öffentliche Straßen führt, wird er für die Veranstaltung neu abgesteckt und die betreffenden Straßen werden gesperrt.
Die Senior-Piloten gehen in Sankt Wendel in einer laut Teammanager starken Besetzung an den Start. Angeführt wird die Dreieraufstellung vom WM-Führenden Marc Reiner Schmidt. Mit dabei auch Jan Deitenbach, seines Zeichens vierfacher Meister der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft IDM. Der aus Iserlohn stammende Ducati-Pilot Jan Deitenbach gehört ebenfalls zum deutschen Aufgebot. Ein Titelgewinn wäre für ihn ein besonderes nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Komplettiert wird die Senioren-Mannschaft durch Husqvarna-Pilot Nico Joanidis. Routinier Nico Joanidis stand gemeinsam mit Jan Deitenbach bereits 2009 beim SMoN auf dem obersten Podestplatz. Der Erfolg von 2009 ist bislang der einzige deutsche Sieg beim SuperMoto of Nations „und die Zeit ist definitiv reif für Titel Nummer zwei“, so der aus Thüringen stammende Teammanager Heiko Junge, der die Nominierungsentscheidungen sorgfältig abgewogen hat. „Wir haben hier nicht auf die Meisterschaftsstände geschaut, denn viele der Piloten sind nicht bei allen Rennen dabei.“ Die aktuelle Supermoto-IDM-Wertung war dabei nicht das alleinige Kriterium für die Nominierung. Dort führt derzeit der Österreicher Bernhard Hitzenberger, der an allen Saisonrennen teilgenommen und regelmäßig gepunktet hat.
In derselben Besetzung mit Schmidt, Deitenbach und Joanidis trat Team Deutschland bereits vor zwei Jahren beim SuperMoto of Nations in Frankreich an. Dort hatten sich die Gastgeber den Weltmeistertitel gesichert, Team Deutschland landete auf Platz drei hinter den Österreichern.
„Frankreich dürfte in diesem Jahr auch der Hauptkonkurrent für uns sein“, so Vierfach-Weltmeister Marc Reiner Schmidt, der in der Einzel-WM auf Kurs in Richtung Titel Nummer fünf ist. „Bester Mann bei den Franzosen ist sicherlich Steve Bonnal“, so Schmidt weiter. Schmidt und Bonnal standen sich in dieser Saison bereits mehrfach in den S1GP-Läufen gegenüber. Dabei konnte sich Schmidt in den meisten Rennen vor Bonnal platzieren; zuletzt zeigte seine Formkurve nach oben. Komplettiert wird das Team der Franzosen durch Raphael Payet und Sylvain Bidart, von denen zumindest Payet ebenfalls in der Top-Ten der Weltmeisterschaft unterwegs ist. „Neben Frankreich sollten wir auch noch Tschechien und Italien auf dem Schirm haben“, so Schmidt weiter. Trotz allem: „Sollte alles nach Plan laufen, dann ist der zweite Nationen-Titel auf jeden Fall das klare Ziel, das in unserer Konstellation auf jeden Fall auch ein realistisches ist.“
Das deutsche Junioren-Team bilden in diesem Jahr Eddy Frech, Paul Müller und Max Orbanz. Im Vergleich zur bereits starken Aufstellung aus dem Jahr 2025 wurde die Mannschaft damit erneut aussichtsreich besetzt. Eddy Frech: „Wenn alles nach Plan läuft und wir keine Ausfälle haben, dann sind wir, und das sage ich ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, in diesem Jahr klar die Titelfavoriten.“ Damit verfügt das deutsche Junioren-Team über gute Voraussetzungen für den Wettbewerb in St. Wendel. „Wir hatten einfach auch nicht das nötige Quäntchen Glück, das du bei solchen Rennen auch brauchst“, so Frech weiter. Läuft alles nach Plan, ohne Stürze und technische Defekte, „dann wollen wir aus Sankt Wendel auf jeden Fall mit dem Titel nach Hause fahren.“ Frech war bereits im vergangenen Jahr der stärkste deutsche Fahrer in der Juniorenklasse und nicht weniger ist auch für die Rennen in Sankt Wendel geplant. Der KTM-Pilot hatte zuletzt bei der Supermoto-IDM in Schaafheim mit zwei Laufsiegen erneut seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.
Max Orbanz war ebenfalls im vergangenen Jahr in Vysoké Mýto in Tschechien mit am Start und konnte dort mit starken Leistungen überzeugen. Honda-Pilot Orbanz fuhr bei seinem letzten IDM Rennen in Schleiz zwei starke Läufe und sammelte wichtige Punkte. Der Honda-Pilot kommt als Dritter der Internationalen Deutschen Meisterschaft nach Sankt Wendel, wo die bei der Weltmeisterschaft eingefahrenen Ergebnisse und Punkte auch für den Deutschen Vergleich notiert werden.
Komplettiert wird das Junioren-Team durch Paul Müller, der im vergangenen Jahr verletzungsbedingt nicht am SuperMoto of Nations teilnehmen konnte. Beim Heimrennen im Saarland möchte der Husqvarna-Pilot seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. „Im vergangenen Jahr konnte ich wegen einer Verletzung nicht dabei sein. Das war ärgerlich. Dieses Jahr will ich mit angreifen, der Titel ist das Ziel und das ist auf jeden Fall machbar“, so Müller. Trotz eines Ausfalls beim ersten IDM-Rennwochenende liegt Müller derzeit auf dem vierten Gesamtrang der deutschen Meisterschaft und hat noch Chancen auf einen Platz auf dem Podium. Auch er erwartet Frankreich als einen der stärksten Konkurrenten. „Aber wenn es einigermaßen nach Plan läuft und wir hoffentlich auch sturzfrei und ohne technische Probleme über die Rennen kommen, dann holen wir uns den Titel“, macht Müller eine klare Ansage an die internationale Konkurrenz.
Beim SuperMoto of Nations wird in beiden Klassen nach einem für 2026 aktualisierten Format gefahren. Während in den vergangenen Jahren drei Rennen mit jeweils zwei Fahrern pro Mannschaft auf dem Programm standen, finden diesmal zwei Rennen statt, in denen alle drei Fahrer einer Nation gemeinsam an den Start gehen. Für die Nationenwertung erhält jeder Fahrer entsprechend seiner Platzierung Punkte: Der Sieger bekommt einen Punkt, der Zweitplatzierte zwei, der Drittplatzierte drei Punkte und so weiter. Das schlechteste der sechs Einzelergebnisse wird gestrichen, sodass fünf Platzierungen in die Gesamtwertung einfließen. Die Mannschaft mit der niedrigsten Gesamtpunktzahl gewinnt den Team-WM-Titel.
Weitere Informationen zum Zeitplan, zur Veranstaltung und zum Starterfeld gibt es auf der Presseseite des ADAC sowie auf der Website der FIM.
Quelle: Lars Koch, SuperMoto Team Germany

