Zweimal Podium, doch wieder kein WM-Titel für die deutschen Supermoto-Teams

Die deutschen Supermoto-Teams stehen gemeinsam mit ihren Motorrädern und Betreuern auf der Rennstrecke.©

Die Ambitionen für das Heimspiel bei der diesjährigen Supermoto-Mannschaftsweltmeisterschaft waren groß: Beim Supermoto der Nationen (SMoN), zu dem am vergangenen Wochenende die besten Fahrer der internationalen Konkurrenz in Sankt Wendel im Saarland zusammenkamen, sollte nach zwei Vizeweltmeister-Titeln im Vorjahr endlich der große Wurf gelingen – der insgesamt zweite Gesamtsieg bei den Senioren und der erste bei den Junioren.

Doch wie schon 2025 im tschechischen Vysoké Mýto verpassten die Junioren den Titel erneut knapp und wurden hinter Frankreich Vizeweltmeister. Die Senioren landeten am Ende auf Platz drei hinter Frankreich und Tschechien.

Teammanager Heiko Junge: „Natürlich ist es nicht das, was wir uns für unsere Heim-Weltmeisterschaft vorgestellt haben. Auch wenn das jetzt für die Fahrer noch nicht ganz greifbar ist, sind zwei Podiumsplatzierungen ein starkes Ergebnis. Wir können zufrieden sein.“

Bei den Senioren war es vor allem Marc-Reiner Schmidt, der in Sachen Zielsetzung ablieferte. Der vierfache Weltmeister, der auch in diesem Jahr auf Solotitelkurs ist, holte im ersten Rennen den Laufsieg, in Rennen zwei stand Platz zwei zu Buche. „Ich hatte mit Nico die Startposition getauscht und bin von Platz neun in die Rennen gegangen. Nico hat seinen Teil erfüllt und mit den Plätzen zehn und sechs seinen Teil erfüllt.“

Ein eher suboptimales Rennwochenende erwischte Jan Deitenbach, der Dritte im Bunde des Seniorenteams. „Ich habe mich riesig auf die Heim-WM gefreut, habe mich gut gefühlt, aber es einfach nicht auf die Strecke gebracht.“ Schon im ersten Lauf war Deitenbach von Platz neun startend bis auf Platz zwölf zurückgefallen. Noch schlechter lief es im zweiten Rennen: Deitenbach stürzte bereits in der ersten Runde, fiel auf den letzten Platz zurück und beendete das Rennen nach drei Runden vorzeitig. „Ich bin schon sehr enttäuscht, aber letztlich muss man sehen: es ist ein Podium, das wir vor heimischem Publikum, es waren bestimmt 10.000 Leute an der Strecke, eingefahren haben. Das für sich ist trotzdem etwas, das in Erinnerung bleibt.“ Für Deitenbach, der 2009 mit der Mannschaft den ersten und bisher einzigen Weltmeistertitel holte, war es das zwölfte Supermoto der Nationen und sehr wahrscheinlich auch das letzte. „Ich werde kommendes Jahr 38, es ist Zeit, Platz für die jungen Fahrer zu machen“, so Deitenbach nach dem Wochenende.

Die Junioren wurden vor heimischen Publikum erneut Vizeweltmeister, zum nun schon fünften Mal in Folge. „Für mich war es der dritte Vizeweltmeister und irgendwie wird es jetzt doch einmal Zeit, auf dem obersten Podest zu stehen“, so Honda-Pilot Max Orbanz. „Ich bin jetzt 19, ein paar Versuche hätte ich also noch, so Orbanz, der zwar stolz auf die Leistung bei der Heim-WM ist, „aber der Plan war eben doch ein anderer.“

So ganz und gar nicht nach Plan lief es für Junioren-Teamleader Eddy Frech. Der KTM-Pilot hatte im Qualifikationsrennen schon mit einem Sieg überzeugt, wurde am Ende Fünfter. Richtig schlecht lief dann Lauf zwei: Frech war von Platz drei gestartet und gut unterwegs, doch in Runde elf endete das Rennen für ihn mit einem Plattfuß. Er hatte sich ein auf der Strecke liegendes Metallteil eingefangen und musste aufgeben.

Für den dritten Junior, Paul Müller, war das Ganze ein Riesenabenteuer. Er beendete seine Rennen auf den Plätzen zwei und sechs und war damit am Ende bester Fahrer des Junior-Teams Deutschland. „Für mich war es das erste Supermoto der Nationen. Wir haben zwar unser gesetztes Ziel nicht erreicht, aber es war ein geiles Wochenende und dann gibt’s im nächsten Jahr eben Gold.“

► Ergebnisübersicht und Rennberichte (FIM)

Quelle Text: Lars Koch, SuperMoto Team Germany

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