Die Saison 2026 des ADAC MX Masters im Rückblick

Skovbjerg sitzt freudig auf seinem Motorrad, und um ihn herum steht sein Team.©

Sieben Veranstaltungen, vier Champions und jede Menge packende Rennen: Die 22. Saison des ADAC MX Masters ist Geschichte. Vom Auftakt am Osterwochenende in Grevenbroich bis zum Finale vor über zehntausend Fans in Fürstlich Drehna boten alle vier Klassen spannende Duelle.

ADAC MX Masters: Van de Moosdijk verteidigt seine Krone

In der ersten Saisonhälfte drehte sich in der Königsklasse fast alles um ein Duell: Max Nagl gegen Roan van de Moosdijk. Der deutsche Routinier und fünffache Champion sowie der Titelverteidiger aus den Niederlanden waren eine Klasse für sich. Nagl legte einen Traumstart hin. Beim Auftakt in Grevenbroich fuhr er die Trainingsbestzeit und gewann alle drei Läufe, van de Moosdijk wurde jeweils Zweiter. In Dreetz mischte MX2-Weltmeister Simon Längenfelder als Gaststarter bei seiner Rennpremiere auf der 450er die Spitze auf und holte den Veranstaltungssieg. Dahinter baute Nagl seine Tabellenführung vor van de Moosdijk weiter aus. In Bitche lieferten sich die beiden Titelanwärter ihren sehenswertesten Schlagabtausch. Nagl bezwang den Niederländer im zweiten Lauf nach einer Aufholjagd in der Schlussphase. Van de Moosdijk konterte im dritten Lauf mit seinem ersten Saisonsieg. Nach drei Veranstaltungen standen sechs Laufsiege für Nagl zu Buche, sein Vorsprung betrug 17 Punkte.

Die Verfolger kamen in dieser Phase noch nicht richtig in Schwung. Tom Koch feierte in Grevenbroich zwar mit Platz drei ein gelungenes Comeback nach einem Jahr in der MXGP-Weltmeisterschaft. Doch ihm fehlte ebenso wie Maximilian Spies, Noah Ludwig, Jörgen-Matthias Talviku und Jere Haavisto zunächst die Konstanz und ein bisschen Speed, um mit dem Spitzenduo mitzuhalten. Nach Bitche lagen Koch, Haavisto und Spies bereits rund 50 Punkte hinter dem Tabellenzweiten. Talviku, eine der Überraschungen des Vorjahres, holte mit Rang drei im zweiten Lauf von Grevenbroich zwar früh ein Laufpodium, fand aber ebenfalls noch nicht zu konstanten Ergebnissen. Haavisto durfte sich in Bitche immerhin über sein erstes Veranstaltungspodium in der Serie freuen.

Die Wende kam in Tensfeld. Im ersten Lauf lagen Nagl und van de Moosdijk wieder gemeinsam in Führung, als beide mit zuvor gestürzten Fahrern kollidierten. Van de Moosdijk nahm die Fahrt wieder auf und wurde Zweiter. Für Nagl war das Wochenende dagegen mit einer Verletzung beendet. Eine weitere Verletzung, die er sich beim Training unter der Woche zuzog, sorgte dafür, dass Nagl nicht mehr an das Startgatter zurückkehrte. Nun schlug die Stunde der Verfolger. Koch erbte im ersten Lauf die Führung und feierte seinen ersten Laufsieg seit seiner Rückkehr. Am Sonntag gewann Spies den zweiten Lauf ungefährdet, Haavisto fuhr im dritten Rennen seinen ersten Laufsieg im ADAC MX Masters ein. Auch Ludwig zeigte mit Rang drei im ersten Lauf eine ansteigende Form. Van de Moosdijk gewann mit drei zweiten Plätzen die Veranstaltung und übernahm das Red Plate des Tabellenführers.

Ab diesem Zeitpunkt verwaltete der Niederländer seinen Vorsprung souverän. Nach der Sommerpause blieb er in Gaildorf mit drei Laufsiegen ungeschlagen. Koch schob sich mit drei Podestplätzen auf den zweiten Tabellenrang vor. Ludwig feierte mit zwei Red Bull Holeshots und Platz drei sein erstes Veranstaltungspodium der Saison. Haavisto erlebte in Gaildorf mit einem Ausfall ein schwieriges Wochenende, kehrte in Vellahn als Veranstaltungsdritter aber umgehend aufs Podium zurück. Dort gehörte die Bühne jedoch Talviku. Der Este gewann alle drei Läufe mit Start-Ziel-Siegen und feierte damit seine ersten Laufsiege in der Serie. Van de Moosdijk reichten drei zweite Plätze, um sich bereits bei der vorletzten Veranstaltung erneut zum Champion zu krönen. Bitter verlief das Wochenende für den bis dato Dritten der Meisterschaft, Spies, der sich im ersten Lauf verletzte und für den Rest der Saison ausfiel.

Beim Finale in Fürstlich Drehna setzte van de Moosdijk noch einmal ein Ausrufezeichen. Mit seinem ersten Red Bull Holeshot des Jahres und drei Laufsiegen fuhr er die Maximalpunktzahl ein. Seine Saisonbilanz kann sich sehen lassen: In 20 von 21 Läufen kam van de Moosdijk als Erster oder Zweiter ins Ziel, dazu kamen sieben Laufsiege und drei Veranstaltungssiege. Mit 104 Punkten Vorsprung verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr.

Koch krönte sein Comeback mit der Vizemeisterschaft. Bis zum letzten Lauf spannend blieb der Kampf um Rang drei. Vor dem Finale lag Talviku einen Punkt vor Haavisto. Der Finne beendete das Wochenende mit zwei zweiten Plätzen am Sonntag als Veranstaltungszweiter, während Talviku im letzten Lauf ausfiel. Damit sicherte sich Haavisto den dritten Meisterschaftsrang vor Talviku. Ludwig, der in der zweiten Saisonhälfte regelmäßig in den Top-Fünf mitfuhr, rundete die Top-Fünf der Meisterschaft ab.

ADAC MX Youngster Cup: Skovbjerg begeistert mit Aufholjagden

Im ADAC MX Youngster Cup drückte Nicolai Skovbjerg der Saison seinen Stempel auf. Spannend machte es der Däne dennoch, denn mit schlechten Starts brachte er sich immer wieder selbst in Bedrängnis. Mit hohem Tempo und starker Fitness pflügte er anschließend durch das Feld und begeisterte die Fans mit spektakulären Aufholjagden. Auch ein kurzfristiger Teamwechsel vom MX-Handel Husqvarna Racing zum SixtySeven Racing-Team vor Tensfeld bremste ihn nicht. Im Gegenteil: Dort gewann er alle drei Läufe. In Vellahn machte Skovbjerg den Titel vorzeitig perfekt. Am Ende standen zwölf Laufsiege und 142 Punkte Vorsprung zu Buche. Vizemeister wurde der Este Sebastian Leok, der in Gaildorf seinen ersten Veranstaltungssieg feierte. Der Finne Saku Mansikkamäki, der sich regelmäßig den Red Bull Holeshot schnappte, wurde Dritter. Scott Smulders gewann den Auftakt in Grevenbroich, wurde aber von einer Verletzung zurückgeworfen und belegte am Ende Rang vier. Valentin Kees rundete als bester Deutscher die Top-Fünf ab.

ADAC MX Junior Cup 125: Ein Duell über die gesamte Saison

Im ADAC MX Junior Cup 125 prägte ein Zweikampf die gesamte Saison: Lucas Leok gegen Emil Ziemer. Beim Auftakt in Grevenbroich teilten sich die beiden die Laufsiege, Ziemer gewann bei Punktgleichheit die Veranstaltung. In Dreetz eroberte der Este Leok mit zwei überlegenen Siegen das Red Plate, das er bis zum Saisonende nicht mehr abgab. Nach Bitche, wo Ziemer in einem Lauf einen Ausfall einstecken musste, betrug sein Vorsprung bereits 37 Punkte. Doch der Schweizer Ziemer gab nicht auf. Mit einem Doppelsieg in Vellahn verkürzte er auf 17 Punkte und hielt mit dem Sieg im ersten Finallauf in Fürstlich Drehna die Titelentscheidung bis zum letzten Lauf des Jahres offen. Ein Sturz in Führung liegend im zweiten Lauf beendete jedoch seine Hoffnungen. Leok gewann das Rennen und krönte sich ein Jahr nach seinem Titel im ADAC MX Junior Cup 85 bereits in seiner ersten Saison auf der 125er zum Champion. Hinter dem Spitzenduo belegte der Niederländer Timo Heuver Rang drei vor Finn Lange als bestem Deutschen und dem Polen Dawid Zaremba.

ADAC MX Junior Cup 85: Die Cirulis-Zwillinge setzen sich durch

Im ADAC MX Junior Cup 85 brillierten die Cirulis-Zwillinge. Nach den Plätzen 12 und 13 im Vorjahr fuhren die beiden Letten von Schmicker Silve Racing in diesem Jahr regelmäßig an der Spitze. Zu Saisonbeginn mischten auch Luca Nierychlo und Harry Dale vorne mit. Nierychlo lag nach Tensfeld auf dem dritten Tabellenplatz, fiel ab Gaildorf jedoch verletzungsbedingt aus. Die Tabellenführung wechselte zwischen den Brüdern hin und her. Martins Cirulis übernahm sie mit einem Doppelsieg in Dreetz, Patriks luchste sie ihm in Tensfeld ab, ehe Martins in Gaildorf wieder die Spitze eroberte. Beim Finale in Fürstlich Drehna machte Martins mit dem Laufsieg am Samstag den Titel perfekt. Der Brite Dale wurde in der zweiten Saisonhälfte immer stärker. Nach seinem ersten Veranstaltungssieg in Gaildorf schob er sich im Finale noch an Patriks Cirulis vorbei auf den Vizemeisterrang. Robin Robert Mooses aus Estland und Tom Sönke Hänel als bester Deutscher komplettierten die Top-Fünf.

Quelle Text: Presse ADAC MX Masters
Weitere Infos sind auf der ADAC/MX-Masters-Website zu finden.

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