Speedway: Team Germany U21 behauptet sich beim SON2

Wenige Wochen nach dem Speedway World Cup in Polen ging es für das U21-Team nach Riga in Lettland. Die Erwartungen an das junge Team waren ähnlich, man wollte sich für das kommende Jahr qualifizieren. „Bissig sein und die Favoriten ärgern“, wurde durch Teammanager Bartz als Devise ausgegeben. All das erinnerte sehr an den World Cup. Das Ergebnis fiel jedoch diesmal für das U21-Team deutlich erfreulicher aus. Platz fünf für Deutschland hieß es letztendlich, was die sichere Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2024 bedeutete. Sascha Dörner, der zweite Betreuer der deutschen Mannschaft fasste so zusammen: „Minimalziel erreicht und sogar noch ein bisschen mehr. Wir sind zufrieden und stolz auf unsere Truppe.“

Norick Blödorn als Kapitän im Team Germany
In einem Tagesfinale ging es gegen insgesamt sechs weitere Nationen. Topfavorit war Polen, die mit Mateusz Cierniak den amtierenden U21-Weltmeister in den Reihen hatten. Auch alle anderen Mannschaften reisten in Bestbesetzung an. Der deutsche Mannschaftskapitän Norick Blödorn schätzte die eigene Rolle vor dem Rennen realistisch ein: „Bei diesem Teamevent ist das Punktesystem besonders zu beachten. Vier, drei, zwei und null Punkte werden hier pro Lauf vergeben. Das bedeutet, dass man den letzten Platz unbedingt vermeiden sollte. Mit Platz zwei und drei kann man also quasi einen Laufsieg über die gegnerische Nation erreichen. Von einer Medaille träumt jeder, ich auch, aber dafür brauchen wir Deutschen vielleicht noch ein Jahr.“

Die beiden weiteren Fahrer waren Erik Bachhuber und der erst 16-jährige Patrick Hyjek auf der Reserveposition. Manager Dörner zur Aufstellung: „Blödorn als Kapitän steht außer Frage. Erik Bachhuber ist sicherlich der zweite junge Mann in Deutschland, den wir bei so einem Rennen aufstellen müssen, zumal er in 2023 auch international viel unterwegs ist, wie beispielsweise jede Woche in Schweden, wo er sich gut entwickelt. Mit Hyjek haben wir einen Perspektivfahrer dabei, der fahrerisch bereits recht weit ist und der den unbedingten Willen erkennen lässt. Er soll hier auch erste Erfahrungen auf Topniveau sammeln dürfen.“

Training und Rennen – zwei Welten
Das Training fand am Vormittag statt und die Fahrer bekamen einen Eindruck von den Bedingungen, auf die sie sich gut einstellen konnten. Das Gefühl war gut und die Stimmung im Team angriffslustig. Zum Rennen wurde viel an der Bahn gearbeitet, was das gewählte Setup teils hinfällig machte. „Die veränderte Bahn bedeutete für unsere Jungs eine gewisse Herausforderung. Erik zum Beispiel probierte während des gesamten Abends viel zu verändern. Er wechselte auch das Motorrad. Leider fand er aber nicht mehr die perfekte Abstimmung. Aber auch das ist für junge Rennfahrer ein Lernprozess. Erik steuerte in der Gesamtwertung wichtige Punkte bei, ohne die das Gesamtergebnis nicht möglich gewesen wäre,“ bilanziert Dörner.

Blödorn konnte sich schneller auf die Verhältnisse einstellen und erzielte sehr beachtliche 20 Punkte. Somit reihte er sich unter die Toppiloten des Tages. Hinter dem Polen Cierniak mit 22 Punkten folgten der Lette Francis Gusts, der Australier Keynan Rew und Norick Blödorn mit jeweils 20 Punkten. Manager Bartz dazu: „Für ihn persönlich ist das eine sehr gute Ausbeute und uns als Team Germany haben Noricks Punkte natürlich sehr gut getan.“

Patrick Hyjek kam im Rennen nicht zum Einsatz. Im Training konnte er aber WM-Luft schnuppern.

Das Rennen kurz und knapp
Das deutsche Team konnte zunächst die Gegner beobachten, ehe es in Lauf 4 ernst wurde. Gegner war das Team aus Großbritannien, das bereits einen Lauf gefahren hatte, was hinsichtlich Bahnkenntnissen ein kleiner Vorteil für das Team GB war. Blödorn und Bachhuber wollten daher unbedingt den Start für sich entscheiden, waren jedoch einen Sekundenbruchteil zu früh und erhielten beide eine Verwarnung für einen unkorrekten Start. Der Engländer Dan Gilkes wurde sogar disqualifiziert für den Wiederholungslauf uns so hieß das Ergebnis Blödorn vor Rowe und Bachhuber, also sechs Punkte für das Team. „Die Punkte aus unserem Lauf eins waren gut. Aber die Verwarnung hatten ab dann natürlich beide Fahrer im Hinterkopf, was logischerweise nicht förderlich für die kommenden Läufe war. Aber auch damit muss man lernen umzugehen,“ so die Teammanager.

In Lauf sieben stellte man sich den Lokalmatadoren aus Lettland. Francis Gusts hatte am Startband zwar noch das Nachsehen hinter Blödorn, konnte aber ausgangs der Startkurve an Blödorn vorbeiziehen und holte zusammen mit Ricards Ansviesulis den Laufsieg für Lettland. Drei Punkte für Team Deutschland durch Blödorn.

Lauf zehn brachte das Duell mit dem späteren Weltmeister Polen. Sieben Punkte Polen, zwei Punkte Deutschland hieß es am Ende, nachdem Cierniak und Wiktor Przyjemski keinen Zweifel aufkommen ließen und überlegen gewannen. Blödorn fuhr mit Platz drei noch zwei Punkte ein.

Lauf 14 wurde gegen Team Dänemark gefahren. Blödorn gewann den Start und konnte alle Angriffe der beiden Dänen Knudsen und Hjerrild abwehren. Bei Erik Bachhuber traten in Runde vier technische Probleme auf. Endergebnis Deutschland vier, Dänemark fünf Punkte.

In Lauf 17 rollten mit James Pearson und Keynan Rew zwei Australier ans Band. Blödorn konnte einen weiteren Start gewinnen, musste aber in Runde zwei den Topfahrer Rew ziehen lassen. Team Deutschland fuhr aber mit Blödorn auf zwei und Bachhuber auf drei insgesamt fünf wichtige Punkte ein und sicherte sich den Laufsieg über Australien.

Lauf 19 brachte schließlich die endgültige Gewissheit über die Qualifikation zur WM im kommenden Jahr. Gegen Petr Chlupac und Daniel Klima aus Tschechien holte Blödorn einen Laufsieg und damit vier Punkte für das Team.

Mission erfüllt - Platz fünf in der Gesamtwertung des FIM Speedway Of Nations 2 U21.

Die Gesamtwertung in der Übersicht:

  1. Polen, 39 P. (+7)
  2. Dänemark, 31 P. (+7)
  3. Lettland, 27 P. (+4)
  4. Australien, 25 P.
  5. Deutschland, 24 P.
  6. Tschechien, 23 P.
  7. Großbritannien, 20 P.

 

Finale der U19 Einzeleuropameisterschaft: Norick Blödorn verpasst seine letzte Möglichkeit in diesem Wettbewerb

Eine Medaille war der große Wunsch von Norick Blödorn bei seiner letzten Chance in der U19-Europameisterschaft. Mit 12 Punkten lieferte Blödorn ein sehr gutes Ergebnis. In der Endabrechnung reichte es aber leider nur zu Platz vier, was bei einem Tagesfinale definitiv den ersten Verlierer bedeutet. „Echt hart und das tut schon weh,“ fasste Blödorn das Rennen zusammen. Noch härter zu verdauen ist dies sicherlich, wenn man bedenkt, dass er altersbedingt im nächsten Jahr nicht mehr für diesen Wettbewerb startberechtigt ist. Somit bleibt für Blödorn hier der Wunsch nach einer Medaille immer unerfüllt.

Der Pole Wiktor Przyjemski gewann mit einem lupenreinen Maximum vor seinem Landsmann Damian Ratajczak und Mathias Pollestad aus Norwegen. Die Zweit- und Drittplatzierten hatten in der Gesamtwertung, wie Blödorn auch, 12 Punkte. Eine Entscheidung zwischen diesen drei Startern musste gefunden werden. Das Reglement in diesem Bewerb besagt, dass kein Stechen, sondern die Majorität der Punkte herangezogen wird. Da Ratajczak und auch Pollestad jeweils drei Laufsiege einfahren konnten, lagen sie vor Norick Blödorn, der es zu zwei Laufsiegen schaffte.

Knapper, enger und härter hätte das Ergebnis für Blödorn wohl kaum sein können.

Mit Jonny Wynant war ein zweiter deutscher Fahrer in Gorzow am Start. Er belegte Platz 16 mit null Punkten. 

 

Text: Bernhard Härtinger

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