Elektro-Cross als Zukunftsmodell beim MSC Eichenried

#Umwelt- und Naturschutz #Fahrzeugtechnik
Der MSC Eichenried e. V. im ADAC hat mit Unterstützung des DMSB-Innovationsfonds zwei Elektro-Cross-Motorräder angeschafft und in den Trainingsbetrieb integriert. Ziel ist es, Nachwuchsfahrern und aktiven Motorsportlern den direkten Zugang zur Elektromobilität zu ermöglichen, Hemmschwellen abzubauen und die Akzeptanz für nachhaltige Antriebe zu erhöhen.

Auch im Motocross ist die Verwendung von elektrischen Antrieben als potenzielles Zukunftsmodell in aller Munde – doch Praxiserfahrungen gibt es wenig und oft wird die Diskussion durch verhärtete Fronten gekennzeichnet. Der MSC Eichenried e. V. im ADAC zeigt, wie man diese Hürden überwinden kann: Mit Unterstützung des DMSB-Innovationsfonds hat der Club aus Ismaning zwei Elektro-Cross-Motorräder (HVR 60) angeschafft und erfolgreich in den Vereinsbetrieb integriert.

Nachwuchsarbeit mit modernen Fahrzeugen
Die neuen Elektro-Bikes kommen vor allem im Kinder- und Jugendbereich zum Einsatz. Bei Schnuppertrainings und Gemeindeferienprogrammen konnten zahlreiche Kinder ihre ersten Runden drehen – emissionsfrei, leise und technisch auf dem neuesten Stand. Die Maschinen verfügen über eine individuell anpassbare Software, sodass sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Fahrer passende Einstellungen finden. Auch ein Wechselakku wurde angeschafft, um die Einsatzzeiten flexibel zu verlängern.

Mehr Akzeptanz durch direkte Erfahrung
Ein erklärtes Ziel des Projekts ist es, die Akzeptanz für Elektromobilität im Motorsport zu erhöhen. Während Eltern und Vereinsmitglieder die Bikes zunächst kritisch beäugten, überzeugte viele die unmittelbare Erfahrung: Kinder waren begeistert von der sanften Leistungsentfaltung und dem ruhigen Fahrgefühl, selbst skeptische Erwachsene testeten die Maschinen neugierig. So wird Elektromobilität erlebbar – nicht nur theoretisch, sondern in der Praxis.

Neue Impulse für Technik und Sicherheit
Die E-Motorräder wurden auch in Rennserien präsentiert, sodass technische Kommissare, Streckenposten und Sanitäter praxisnah mit den Besonderheiten vertraut gemacht werden konnten. Beobachtungen aus diesen Einsätzen fließen bereits in Überlegungen zur Weiterentwicklung von Reglements ein, etwa in Form zusätzlicher Sicherheitsfeatures wie Abreißleinen oder optischer Anzeigen des Betriebszustands.

Sichere Ladeinfrastruktur als Schlüssel
Um die Motorräder zuverlässig betreiben zu können, hat der Club eine mobile Ladeeinheit („Ladewürfel“) für bis zu sechs Ladegeräte angeschafft. Diese sorgt für mehr Sicherheit beim Laden und hat sich insbesondere bei größeren Veranstaltungen wie dem Sommercamp bewährt. Ein geplanter nächster Schritt ist die Installation einer Photovoltaikanlage, um die Stromversorgung künftig mit regenerativer Energie abzusichern.

Fazit und Ausblick
Das Projekt des MSC Eichenried zeigt, wie der Einstieg in den elektrischen Motorsport gelingen kann: durch niedrigschwellige Angebote, praxisnahe Tests und das Einbinden aller Beteiligten. Drei Neueinsteiger entschieden sich bereits gezielt wegen des geringeren Wartungsaufwands für die E-Motorräder. Künftig möchte der Club auch größere Modelle anschaffen, um Jugendlichen und Erwachsenen den Zugang zu erleichtern und damit den Weg in eine nachhaltige Zukunft des Motorsports weiter zu ebnen.
 

 

Kontakt
Peter Schlosser
MSC Eichenried im ADAC e. V.
0171 3127250
schlosser.pmt-online.de
Weiterführende Informationen
Homepage MSC Eichenried
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